alemannia logo frei Teaser Freisteller

Taubentransport entzweit Züchter

Von: dol
Letzte Aktualisierung:
taubenkrach1_xx
Johannes Jakobs kann nicht verstehen, warum der „Bund”-Vorstand das neue Transportfahrzeug trotz gültigem Mehrheitsbeschluss nicht anschafft. Foto: Dolfus

Kreis Düren. Bei den Brieftaubenvereinen in der Region rumort es gewaltig. Stein des Anstoßes ist die Umrüstung des dem Transporteur „Bund” gehörenden Fahrzeugs nach den Anforderungen des gesetzlichen Tierschutzes. Im „Bund” zusammengeschlossen sind die Reisevereinigungen Jülich, Weisweiler, Eschweiler, Birkesdorf , Langerwehe, Aldenhoven und Bergheim.

Vor kurzem stimmten diese über die rund 50.000 Euro teure Anschaffung eines modernen, der Tierschutzverordnung entsprechenden Transportbehälters ab: Mit eindeutigem Ergebnis. 75 Prozent der Mitglieder votierten für die Umrüstung.

Mit den von Helmut Croe (Langerwehe) und Johannes Steinbusch (Aldenhoven) geführten Clubs lehnten nur zwei Vereine das Vorhaben mit der Begründung ab, dass sich angesichts des hohen Altersdurchschnitts bei den Taubenzüchtern diese Anschaffung nicht mehr lohne, die Investition die Mitglieder zu sehr belaste und man ja bisher gut mit dem existierenden Lkw-Aufsatz gefahren sei.

„Alles Quatsch!”, sagt Johannes Jakobs, 2. Vorsitzender im übergeordenten Bund Rheinischer Reisevereinigungen und selbst Mitglied der betroffenen Transportgemeinschaft. Weder sei die Anschaffung finanziell nicht zu stemmen, noch könne man die Augen vor den Belangen des Tierschutzes verschließen. Die Kassen der Züchter seien gut gefüllt, man habe ja jahrelang für Reparaturen und die Neuanschaffung des Transportfahrzeugs gespart. Rund 50.000 Euro seien in der Kasse des Transporteurs „Bund”, die Reisevereinigungen ihrerseits verfügten über mehrere tausend Euro Rücklage, ebenso die Vereine, berichtet Jakobs.

Man habe sogar die Mittel, einen kompletten Lkw neu zu kaufen. „Und wenn wir jetzt nicht investieren, wird es bei schwindenden Mitgliederzahlen immer schwieriger, diese Anschaffung zu tätigen.” Trotz des Mehrheitsbeschluss weigert sich Walter Matschuck, Geschäftsführer des „Bund”, den Transportaufsatz zu bestellen. Schriftlich teilte er den Bund-Mitgliedern mit, dass er im kommenden Jahr sein Vorstandsamt niederlegt und bittet bis dahin um „Burgfrieden”.

Johannes Jakobs und seine Mitstreiter haben jetzt die Reißleine gezogen. Sie haben einen Anwalt beauftragt, der die Anschaffung des Transportkorbs juristisch durchsetzen soll. Außerdem haben sie das zuständige Kreisveterinäramt Würselen in Kenntnis gesetzt. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das alte Gefährt aus dem Verkehr gezogen wird”, vermutet Johannes Jakobs.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert