„Systematische Abzocke”: MdB Krischer kritisiert Dispozinsen

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Kritisiert weiter die hohen Dispozinsen: Oliver Krischer. Foto: Abels

Kreis Düren. „Banken und Sparkassen verlangen nach wie vor zum Teil exorbitant hohe Zinsen für eingeräumte Dispokredite auf Girokonten und darüber hinaus gehende Überziehungen”, beklagt der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Grüne).

Der Dürener hat weiterhin unverändert hohe Zinsensätze festgestellt: „Im Vergleich zu 2010 ist die Situation für Kunden nicht besser geworden: Im Gegenteil einige Institute haben ihre Zinssätze sogar noch erhöht”, ärgert sich Krischer.

„Einzig die Sparkasse Düren, die im vergangenen Jahr mit 14 Prozent Dispozinsen und 19 Prozent für darüber hinausgehende Überziehungen Spitzenreiter in der Region war, hat ihre Sätze um gut ein Prozent gesenkt, die aber mit aktuell 12,95 bis 17,95 Prozent immer noch sehr hoch sind.”

Am Ende von Krischers Liste findet sich diesmal die Kreissparkasse Euskirchen, bei der Kunden 19,7 Prozent für über den Dispo hinausgehende Überziehungen des Kontos zahlen müssen. Vergleichsweise „günstig” kommt man dagegen bei der Postbank (9/13,5), der ING Diba (9/12,5) und der Sparda-Bank West (9,75/13,75) weg.

„Alle Banken und Sparkassen verlangen immer noch exorbitante Zinsen, die in keinerlei Verhältnis zu ihren Geldbeschaffungskosten stehen”, spricht Krischer weiter von systematischer Abzocke der Verbraucher. Dabei seien beim aktuellen Leitzinsniveau gerade einmal sechs bis sieben Prozent für Dispokredite und neun bis zehn Prozent für Überziehungszinsen angemessen, betont der Politiker.

Die Banken selbst müssen derzeit nur gut ein Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank borgen. „Es ist deshalb überhaupt nicht nachvollziehbar, warum Kunden derart hohe Zinsen zahlen müssen. Wenn der Kunde Geld auf seinem Girokonto hat, bekommt er auch von der Bank keine oder nur sehr geringe Zinsen.”

Die Höhe der Zinssätze ist für Krischer eine sozialpolitische Frage, denn die überhöhten Überziehungszinsen träfen zumeist Menschen mit geringen Einkommen, nicht selten in schwierigen Lebenssituationen. Leider zeige die Kritik von Verbraucherverbänden und Grünen seit Jahren keine Wirkung.

„Die Banken vertrauen darauf, dass Verbraucher ihr Girokonto trotz hoher Kreditzinsen nicht ohne weiteres wechseln. Deshalb hatten wir im Bundestag beantragt, die Banken gesetzlich zu verpflichten, nur verhältnismäßige und leistungsgerechte Zinsen verlangen zu dürfen”, hat Krischer kein Verständnis dafür, dass das Ansinnen von der schwarz-gelben Koalition abgelehnt wurde.

„Auch die Vertreter der Regierungskoalition geißeln das Verhalten der Banken und Sparkassen, sind aber nicht bereit, etwas dagegen zu unternehmen. Bei CDU/CSU und FDP vertraut man weiterhin auf die Kräfte des Marktes. Dabei hat die Vergangenheit gezeigt, dass der Markt nicht zu angemessenen Zinsen führt. Deshalb brauchen wir eine gesetzliche Regelung.”
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