Blitzen in Jülich: Autofahrer fahren langsamer

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Stetes Blitzen im Kreis Düren beeindruckt auch die Raser

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Kein ungewöhnlicher Dienstagvormittag an der B 56 bei Schophoven. Die Zahl der Fahrer, die Post mit einem Foto darin erhält, ist deutlich geringer als vor einigen Jahren. Foto: Jansen
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Einsatzbereit: Jörg Koll vom Kreis Düren kontrolliert die Einstellung des Lasermessgerätes. Foto: Jansen

Kreis Düren. Und heute? „Nicht viel“, sagt Jörg Koll. Seit fast drei Stunden steht der Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes des Kreises Düren am Dienstagmorgen mit einer mobilen Blitze an der Bundesstraße 56 in Höhe Schop­hoven. „Zehn waren zu schnell“, sagt er mit Blick auf den Monitor in seinem Dienstfahrzeug. „Nein, Halt. Jetzt sind es elf.“ Es hat geblitzt, beziehungsweise nicht geblitzt, weil der Dienstag so sonnig ist.

Da braucht Koll keinen Blitz, um Bilder zu machen von denen, die schneller sind, als sie sein sollten. Aber auch elf Fahrer mit zu viel Druck auf dem Gaspedal ändern nichts an Kolls Fazit. „Da, wo wir regelmäßig kontrollieren, fahren die Leute langsamer. Und genau das wollen wir erreichen.“

Deswegen gibt es im Kreis Düren rund 150 Stellen, an denen Polizei und Kreisverwaltung regelmäßig kontrollieren. Darunter sind Klassiker, die jedes Mal mit dabei sind, wenn unsere Zeitung die Kontrollstellen am Wochenanfang veröffentlicht. Die Bundesstraße 56 bei Schophoven ist ein solcher. Mit Erfolg aus Sicht der Kontrolleure, wie gesagt. Denn selbst die, die am Dienstag zu schnell sind, sind keine Raser. Keiner über 90 Sachen. „Man muss unterscheiden“, sagt Norbert Schiewe, der stellvertretende Leiter des Straßenverkehrsamtes. „Zwischen solchen, die die Geschwindigkeit überschreiten, und Rasern, die mutwillig zu schnell fahren.“

Jede der Kontrollstellen hat ihre Geschichte. Die auf der B 56 bei Schophoven hat mit dem kleinen Holzkreuz zu tun, das am Abzweig in Richtung Schophoven steht. „Hier hat es mehrere tödliche Unfälle gegeben“, sagt Schiewe. Auf der L 264 zwischen dem Kreisverkehr Stetternich und Ellen – besser bekannt als Tagebaurandstraße – gibt es mehrere Kontrollpunkte. „Es gibt Fahrer, die uns hier unterstellen, dass wir nur abkassieren wollen“, sagt Koll. Schließlich sei die Strecke gut ausgebaut und einsehbar.

Für eine Momentaufnahme sei dieser Eindruck durchaus passend. Stehe man allerdings mehrere Stunden an der Tagebaurandstraße, dann ergebe sich ein anderes Bild. Das enthält viele Fußgänger und Radfahrer, die die Straße überqueren wollen. Konfliktstellen nennen die Kontrolleure solche Straßenabschnitte. „Wir stehen nicht an geraden Abschnitten, auf denen es keine Konfliktstellen gibt“, erklärt Schiewe. Für jeden Klassiker gebe es eine Erklärung.

Problem für Linksabbieger

So sei es auch in der steilen Kurve der L327 in Bubenheim, in der es viele Unfälle gegeben hat, weil zu schnell gefahren werde. Eine zweite Kontrollstelle ist ganz in der Nähe, da, wo das Bubenheimer Spieleland ist, und viele Eltern mit ihren Kindern unterwegs sind. Kritik gibt es für die vielen Kontrollen auf der B 265 bei Vlatten. Auch hier: Gut ausgebaut, leicht einsehbar. Allerdings gebe es etliche Abfahrten in den Ort. „Wenn man da abbiegt und es kommt einer mit 140 Sachen entgegen, dann gibt es schnell Probleme“, berichtet Schiewe.

Genau dieses Problem gebe es auf der B 55 am Abzweig Mersch/Jülich. „Die Fahrer, die aus Richtung der Autobahn kommen, sind da oft noch im Rallye-Modus unterwegs“, umschreibt Koll einen möglichen Grund für die häufig zu hohe Geschwindigkeit. Die Gefahr: Die Linksabbieger in Richtung Mersch/Jülich können die Geschwindigkeit des Gegenverkehrs nicht immer richtig abschätzen. „Das schaffe ich noch“ führt dann zu häufig zum Zusammenstoß.

„Überall, wo wir regelmäßig stehen, geht die Zahl der gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitungen zurück“, sagt Koll und fügt hinzu, dass das der gewünschte Erfolg sei. Weil das automatisch bedeute, dass die Zahl der Unfälle an ehemaligen Unfallhäufungspunkten abnehme. Wie in der 90-Grad-Kurve auf der B 399 bei Raffelsbrand. Sämtliche Maßnahmen seien gescheitert, auch das Herabsetzen der Geschwindigkeit auf 50. Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Denn seit dort kontrolliert wird, geht die Zahl der Unfälle zurück. Komplett verschwinden wird das Problem mit den Unverbesserlichen nicht. 176 Sachen ist der Höchstwert, den Koll für die Zone 70 auf der B 56 bei Dürboslar nennt – und 136 km/h beim jüngsten „Wochengewinner“.

 

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