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Spielsüchtige driften in das Abseits ab

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Mit einem Infostand machte die Sucht- und Drogenberatung am bundesweiten Aktionstag auf die verschiedenen Formen der Abhängigkeit aufmerksam.

Kreis Düren. Mit einem Infostand im Dürener Stadtcenter hat sich die Sucht- und Drogenberatungsstelle Düren am bundesweiten Aktionstag gegen die Glücksspielsucht beteiligt. Auch Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU) informierte sich vor Ort über die Ursachen und Folgen übermäßigen Glücksspiels.

„Der Aktionstag ist eine gute Möglichkeit die Bevölkerung auf die Problematik der Glücksspielsucht aufmerksam zu machen“, sagte Larue und lobte ausdrücklich auch die Arbeit der Dürener Berater. Die Dürener Suchtberatungsstelle nutzte in diesem Jahr den Aktionstag auch, um die verschiedenen Formen der Spielsucht vorzustellen. Der größte Anteil fällt hier immer noch auf die Automatenspieler. Allerdings nutzen zunehmend Online-Glücksspieler und Internetsüchtige die Beratungs- und Therapieangebote des SPZ.

Unabhängig von der Form des betriebenen Glücksspiels, unterscheiden sich die Auswirkungen der Sucht nur wenig. Alle Klienten beschreiben den Verlust der Kontrolle über ihr Spielverhalten, ihre Unfähigkeit, dem Spieldrang zu widerstehen, und eine fortschreitende Vernachlässigung wichtiger Lebensaufgaben bis hin zu Jobverlust, Abbruch sozialer Bindungen und den Verlust der Alltagsstruktur.

Die Dürener Suchtberater haben im zurückliegenden Jahr mit knapp 100 glücksspielabhängigen Menschen zusammen gearbeitet. „Leider erwarten wir in den nächsten Jahren eine weitere Steigerung der Hilfenachfrage in diesem Bereich“, erklärt die Leiterin der Dürener Sucht- und Drogenberatung, Inge Heymann.

Hierfür sprechen die wachsenden Kasseninhalte der Automaten im Kreis Düren. Diese haben sich alleine von 2010 bis 2014 nahezu verdoppelt.

Eine besondere Gefahr geht für Suchttherapeutin Silvia Zaunbrecher derzeit von sogenannten Onlinecasinos und -wettbüros aus. Diese locken ihre Spieler mit hohen und unrealistischen Gewinnchancen. „Die fast unbegrenzte Verfügbarkeit des Online-Glücksspiels und der digitalisierte Umgang mit Geldeinsätzen bringt ein sehr hohes Suchtpotenzial und ein noch höheres Schuldenrisiko mit sich“, sagte Zaunbrecher.

In der Dürener Beratungsstelle reagiert man auf die steigende Beratungsnachfrage mit einem umfangreichen Hilfeangebot. Dort besteht im Rahmen einer offenen Sprechstunde eine Erstkontaktmöglichkeit für die von Spielsucht Betroffenen und deren Angehörige. Konkrete Behandlungsangebote sind die Vermittlung in ambulante oder stationäre Therapie und die Ambulante Suchttherapie speziell für Spielsüchtige.

Telefonisch sind die Berater unter 02421/10001 erreichbar.

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