Kreis Düren - Sexuelle Übergriffe im Internet: Kurs klärt Schüler auf

Sexuelle Übergriffe im Internet: Kurs klärt Schüler auf

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Die Jugendlichen von fünf Schulen im Kreis Düren haben in einem dreitägigen Kurs viel über sexuelle Übergriffe im Internet und die Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, gelernt. Gefördert wurde der Kurs von der Initiative Dürener Zahnärzte, vertreten von Dr. Werner Zywzok (l.) Foto: smb

Kreis Düren. „Eigentlich wissen die meisten Leute in unserem Alter, dass es im Internet Gefahren gibt“, sagt Manuela. Und trotzdem tappen immer wieder Jugendliche in die Fallen, die das Internet und Menschen, die sich dort bewegen, stellen.

Um für den Umgang mit dem Internet besser gerüstet zu sein, hat der Verein „Basta“ die Schüler von fünf Schulen zu einem dreitägigen Kurs eingeladen. „Es ist wichtig, dass wir genau nachdenken, bevor wir etwas posten“, nennt Aleyna einen zentralen Punkt für mehr Sicherheit im Internet. „Viele gehen viel zu offen mit ihren Daten um“, ergänzt Eduard. Die Jugendlichen haben aber auch gelernt, dass es zwar sinnvoll sein kann, mit einem Fantasienamen anonym zu bleiben, aber unklug bis leichtsinnig ist, sich Namen wie „Sexygirl 13“ zuzulegen.

Vor allem bei Bildern und Informationen ist Vorsicht gefragt. In dem Workshop, der vom Verein „Innocence in Danger“ geleitet wurde, ging es daher nicht nur um digitale Kommunikation. „Auch auf dem Schulhof müssen wir uns genau überlegen, wem wir vertrauen können“, ergänzt Manuela.

Die Schüler haben in dem Kurs erfahren, mit welchen perfiden Methoden Täter im Internet auf Opfersuche gehen. Sie wissen nun, dass Täter sich das Vertrauen erschleichen und genau wissen, wie sie Druck auf Jugendliche ausüben können. Die Schüler haben nachgestellte Szenen gesehen, in dem ein vermeintliches Vorstellungsgespräch mit schwerem sexuellen Missbrauch endete. „Der Täter tun oft so, als wollten sie einer Person helfen“, nennt Jakob einen Indikator, der zur Vorsicht mahnt.

„Es ist wichtig, seinen Gefühlen zu trauen“, weiß Zeynep. „Wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat, dann sollte man auch darauf hören und bei Alarmsignalen den Kopf anschalten.“ Die Jugendlichen wissen aber auch, dass es weder im echten noch im digitalen Leben leicht ist, Grenzen zu setzen. Die Versuchung ist manchmal groß. Nein sagen und damit riskieren, vielleicht nicht cool zu sein, ist eine große Hürde. „Aber es ist besser zuzugeben, dass man Angst hat“, betont Jakob.

In dem Seminar haben die Schüler viele Situationen durchspielt. Sie haben gelernt, auf Details zu achten. „Wenn jemand in einem Chat zu persönlich wird oder immer privatere Daten abfragt, dann müssen wir vorsichtig sein“, sagt Manuela. Und auch wenn das digitale Gegenüber noch so nett erscheint: „Niemand sollte alleine zu einem Treffen mit einer Internetbekanntschaft gehen und der Treffpunkt muss sehr gut überlegt sein“, sagt Zeynep.

Die Jugendlichen sollen ihr Wissen in den Schulen (Realschulen Linnich, Bretzelnweg und Wernerstraße sowie in Gymnasium Haus Overbach und im Stiftischen Gymnasium) weitergeben und werden dort Ansprechpartner für Gleichaltrige sein, die ganz konkrete Probleme haben. „Wir wissen aber, dass wir auch dort Grenzen setzen müssen. Wenn es uns zu viel wird, dürfen wir das sagen.“ Und Ilka ergänzt: „Wir sind auch dafür da, um zu professionellen Ansprechpartnern weiterzuvermitteln.“

„Die Regionale Initiative Dürener Zahnärzte hat es sich zum Ziel gesetzt, etwas für Kinder und Jugendliche vor Ort zu tun. Und das Thema ‚Sicherheit im Internet‘ ist derzeit enorm wichtig“, erklärt Dr. Werner Zywzok, der Vorsitzende der Initiative mit Verweis darauf, dass einer Studie zufolge zum Beispiel 38 Prozent aller Jugendlichen im Chat ungewollt mit sexuellen Inhalten konfrontiert werden. 2000 Euro hat sein Verein für das Projekt zur Verfügung gestellt und er hat bereits weitere Unterstützung signalisiert.

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