Schluss mit Komasaufen!

Von: Tobias Röber
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Schon Kinder und Jugendliche greifen zu Alkohol. Die Aktionswoche soll zur Aufklärung beitragen. Foto: ddp

Kreis Düren. Deutschlandweit sterben jedes Jahr 74000 Menschen an den Folgen alkoholbedingter Krankheiten. 1,3 Millionen Menschen sind abhängig, bei 9,5 Millionen gilt der Konsum als riskant. „Genaue Zahlen für Düren haben wir nicht, aber wir liegen im Durchschnitt”, sagt Andreas Schön von der Fachstelle Suchtvorbeugung der Sucht- und Drogenberatung Düren.

Zahlen interessieren Alfred überhaupt nicht. Alfred ist trockener Alkoholiker und für ihn ist klar: „Was nützen uns Statistiken? Jeder einzelne Betroffene zählt!”

Genau aus diesem Grund ist er froh, dass sich die Institutionen, die Sucht bekämpfen, zusammengetan haben und ihre Angebote im Rahmen der Aktionswoche ”Alkohol? Kenn´ Dein Limit” von Samstag, 13., bis Freitag, 19. Juni, vorstellen.

Veranstalter der Aktionswoche sind die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sowie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. Für Wilfried Pallenberg eine gute Gelegenheit, auf das Thema aufmerksam zu machen.

„Alkohol hat wieder eine größere Bedeutung erlangt. Immer häufiger hören wir von Flatrate- und Komasaufen. Der problematische Alkoholkonsum hat zugenommen”, sagt der Leiter der Drogenberatungsstelle. So machen Jugendliche erste Rauscherfahrungen mit Alkohol bereits im Alter zwischen 13 und 15 Jahren.

Ein Viertel aller Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren betrinkt sich mindestens einmal im Monat. Und aus genau diesem Grund hat sich der regionale Lenkungsausschuss gegründet, dessen Mitgliedsinstitutionen ihren Beitrag zur Aktionswoche leisten.

Zum Ausschuss gehören die Sucht- und Drogenberatung des regionalen Caritasverbandes Düren-Jülich, die Rheinischen Kliniken Düren, das Gesundheitsamt Kreis Düren, das Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Düren, das Selbsthilfezentrum des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes sowie die Gruppen Anonyme Alkoholiker, Alateen und Al-Anon. Gemeinsam bieten sie Infostände, Alkoholtests, Filmvorführungen, einen Fahrsimulator und Rauschparcours. Dabei richten sich die Gruppen ausdrücklich nicht nur an Jugendliche, sondern an alle Zielgruppen.

Der Veranstaltungsreigen beginnt am Samstag, 13. Juni, mit dem Aktionstag im Citycenter. Von 10 bis 15 Uhr stehen unter anderem Glücksrad, Alkoholquiz sowie Gesprächsangebote bereit.

Elternabende gibt es am 16. Juni von 19.30 bis 21 Uhr im Gymnasium Haus Overbach, am 17. Juni von 19 bis 20.30 Uhr in der Gemeinschaftshauptschule Linnich und am 18. Juni von 19 bis 20.30 Uhr in der Realschule Bretzelnweg.

Projekt- und Informationstage zum Thema Alkohol bietet das Gymnasium Haus Overbach vom 17. bis 19. Juni an. Rauschparcours, Alkohol- und Selbsttest sowie Gesprächsangebote gibt es am 19. Juni ab 21.30 Uhr in der Endart-Kulturfabrik.

Das Gesundheitsamt Kreis Düren bietet am 17. Juni von 14 bis 17 Uhr Filmvorführungen und einen Fahrsimulator zum Thema „Wirkungen und Folgen des Alkohols” an. Suchtvorbeugung im Sportverein heißt es am 19. Juni, wenn der Fußballkreis Düren von 16 bis 20 Uhr nach Beacher´s Island nach Pier einlädt.

Wer sich lieber telefonisch beraten lassen möchte, hat dazu die ganze Woche über Möglichkeiten (siehe Infobox).

Wilfried Pallenberg lobt indes die gute Zusammenarbeit und wünscht sich eine Fortsetzung nach der Aktionswoche.

Weitere Institutionen bieten zudem telefonische Beratung an:

15. Juni: Präventionsberatung für Eltern, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Betriebe und Jedermann. Ansprechpartner: Andreas Schön, Sucht- und Drogenberatung, 02421/10001 und Wilfried Thönnessen, Kommissariat Vorbeugung, 02421/9498600.

16. Juni: Beratung für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Ansprechpartner: Thomas Bamberg, Gesundheitsamt Düren, 02421/222201; Manfred Böhm, Sucht- und Drogenberatung, 02421/10001.

17. Juni: Behandlungsmöglichkeiten bei Alkoholabhängigkeit. Ansprechpartner: Klaus Kaiser, Rheinische Kliniken Düren, 02421/402466.

18. Juni: Selbsthilfegruppen - der richtige Weg für mich? Ansprechpartnerin: Kirsten Fuß-Wölbert & H. Viehöver-Braun, Selbsthilfezentrum, 02421/489211.

19. Juni: Selbsthilfe - eine Chance für mich? Ansprechpartner: Anonyme Alkoholiker, 0178/7352284; Alateen, 0179/4911124; Al-Anon, 02427/6213.
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