Region Aachen-Düren überzeugt vor dem EU-Ausschuss

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Brüssel/Kreis Düren. Mit welchen Strategien begegnen die unterschiedlichen Regionen im vereinten Europa der Weltwirtschaftskrise?

Um Antworten aus erster Hand zu erhalten, hatte der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss Vertreter aus vier Regionen nach Brüssel eingeladen. Neben Delegationen aus Bilbao (Spanien), Bergamo (Italien) und Lille (Frankreich) begrüßte Präsident Joost van Iersel auch Vertreter der Region Aachen-Düren.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes, Landrat Wolfgang Spelthahn und Dirk Pfeifferling vom Internationalen Technologie- und Service-Center Baesweiler (ITS) nutzten die Chance, dem Ausschuss in konzentrierten Vorträgen eine Region vorzustellen, für die „Wandel” seit Jahrzehnten tägliche Herausforderung ist.

Wie aus einem traditionellen Bergbaustandort die heutige Hightech-Region wurde, schilderte Drewes. Er berichtete über den erfolgreichen Brückenschlag zwischen universitärer Forschung und lokaler Wirtschaft seit den 80er Jahren und stellte die regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft Agit und die Gründer-Region Aachen vor. „Wir begreifen Strukturwandel aus Daueraufgabe”, sagte Drewes.

Dass man kontinuierlich arbeiten und kreativ sein muss, um gut aufgestellt möglichst krisenfest zu sein, legte auch Landrat Spelthahn dar. 26 Millionen Euro investiert der Kreis Düren in fünf Jahren in Schulen, die gleiche Summe floss in den Straßenbau. „Derzeit arbeiten wir daran, den gesamten Kreis mit schnellem Internet zu versorgen”, stellte er das jüngste Infrastrukturprojekt vor.

Dass man Schwächen beseitigen und Stärken stärken muss, verdeutlichte er anhand mehrerer Projekte, die nun ihre Wirkung entfalten. Beispiel Aldenhovener Autotestzentrum, in dem in Kürze die Autoforschung und die Galileo-Anwendungsentwicklung der RWTH Aachen anlaufen. „Wir sind bereits ein 1-A-Forschungsstandort, setzen hier aber auch eigene Impulse, um neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen.” In die Zukunft denken, Konzepte entwickeln, Partner finden: Das gelte auch für die Tagebaunachfolgelandschaft im Indeland, ein Jahrhundertprojekt.

Auch die Entwicklungschancen der Eifelregion zeigte der Landrat auf. Die Ausbildungsoffensive für das Gastgewerbe und den Neubau der Jugendherberge in Nideggen stellte er dabei ebenso vor wie die Internationale Kunstakademie in Heimbach. „All diese Projekte schaffen Arbeit und stärken unsere Infrastruktur dauerhaft”, so Spelthahn. Den Schlusspunkt setzte er mit dem auf über 25 Millionen Euro veranschlagten Schwimmzentrum in Jülich.

Welche Lehren die Stadt Baesweiler aus der Schließung der Zeche Carl Alexander Mitte der 70er Jahre gezogen hat, berichtete Dirk Pfeifferling. „Wir haben fast 30 Jahre gebraucht, um die verlorenen Jobs wiederzugewinnen. Doch das ist heute unsere Stärke, denn wir sind in unserem international aufgestellten Technologie- und Gewerbegebiet nicht mehr von einem Arbeitgeber abhängig.”

„Eine hervorragende Region”, würdigte Ausschussvorsitzender van Iersel die Vorstellung des Trios spontan. Zufrieden war auch Prof. Dr. Gerhard Hans Wolf vom Forschungszentrum Jülich. Er gehört dem Ausschuss seit zehn Jahren an und hatte angeregt, die Region Aachen als deutsche Beispielregion einzuladen.
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