Praktiker ergänzen den Unterricht

Von: fjs
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Kreis Düren. „Auch unsere Betriebe werden Nachwuchsprobleme haben. Da gilt es, rechtzeitig vorzusorgen.” Matthias Simon, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes der Papier erzeugenden Industrie von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung, macht die Entwicklung Sorge, dass nicht alle Ausbildungsplätze mit ausbildungsfähigen jungen Menschen besetzt werden können.

Um die Startvoraussetzungen für Hauptschüler zu verbessern, greifen die Papiererzeuger zu einem probaten Mittel: Sie finanzieren ein Qualifizierungsmodul „Angewandtes betriebsnahes Rechnen”, das sich an Hauptschüler der Klassen 9 und 10 wendet und außerhalb der üblichen Schulzeit angeboten wird. Der Arbeitgeberverband (AGV) wendet 20.000 Euro zur Finanzierung des Programms auf. Organisation und Durchführung übernimmt die Volkshochschule des Kreises.

„Wir müssen etwas tun, um die Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern zu verbessern”, begründet Matthias Simon sowohl als Verbandsvorsitzender wie auch als Geschäftsführer der Kanzan-Spezialpapiere GmbH in Düren das Engagement der Unternehmer. Das Besondere an diesem außerschulischen Angebot: Die Dozenten sind Ausbildungsmeister der Papierfabriken. „Sie wissen, was wofür gebraucht wird; von den einfachen Rechenarten bis hin zum altehrwürdigen Dreisatz”, umreißt Simon die Inhalte des Moduls. Bestandteile sind ergänzend zum Schulunterricht die Grundrechenarten, Kopf- und Klammerrechnen sowie einfache Flächen- und Umfangsberechnungen. Nach den 30 Unterrichtsstunden in 15 Terminen zu je zwei Stunden erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das bei Bewerbungen behilflich sein kann. Ziel der Maßnahme ist es, etwa 100 bis 200 Schüler im Schuljahr 2010/2011 zu fördern.

Dass der Bedarf für diesen ergänzenden Unterricht vorhanden ist, bestätigt Volkshochschulleiter Friedhelm Esser. Starten werden die Maßnahmen in Aldenhoven und Nideggen, mit weiteren Hauptschulen sei man noch im Gespräch. Für den VHS-Leiter ist das Modul „ein Projekt von besonderem Reiz”, wird die VHS doch innerhalb der Regelschulzeit aktiv. Und neu ist auch, dass in einem Projekt erstmals ein konkretes Fach wie hier Rechnen im Mittelpunkt steht.

Schulamtsdirektor Josef Lemoine begrüßt die Gemeinsamkeit von Arbeitgebern, Kreis und Schulen, und für Maria Kaptain vom Schulamt des Kreises Düren passt die Arbeitgeber-Initiative in das Netzwerk, das den Schülern den Übergang von der Schule in den Beruf erleichtern soll. „Die Schulen sind erst seit wenigen Tagen nach den Ferien wieder in Betrieb; da steht zu erwarten, dass sich noch weitere Interessenten für das Modul entscheiden”, ist Schulamtsdirektor Lemoine sicher.
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