Polizei startet Präventionsoffensive: Verdächtige Wahrnehmungen melden

Von: Jörg Abels
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Vorsicht! Wachsamer Nachbar: Gemeinsam mit den Bürgern will die Kreispolizeibehörde den Kampf gegen die zunehmende Zahl der Wohnungseinbrüche aufnehmen. Foto: Abels

Kreis Düren. Im Vergleich zur Anonymität der Stadt war es früher die große Stärke des ländlichen Raums, dass Nachbarn gegenseitig nach dem Rechten sahen. Mehr und mehr aber muss die Polizei eine Mentalität zunehmender Gleichgültigkeit feststellen, beschreibt Landrat Wolfgang Spelthahn eine besorgniserregende Entwicklung nicht nur in Neubaugebieten, sondern auch in alteingesessenen Ortslagen.

Die Folge: Langfinger haben es wesentlich einfacher, fette Beute zu machen. Die Zahl der Einbruchsdelikte explodiert, landes- und bundesweit, aber auch im Kreis Düren. Mit 986 Fällen registrierte die Kreispolizeibehörde in 2008 nicht nur einen Anstieg von sage und schreibe 54 Prozent im Vorjahresvergleich, sondern auch einen „traurigen historischen Höchststand” (Spelthahn), mit zum Teil schweren psychologischen Folgen für die Betroffenen.

Alle Versuche, der Lage mit zusätzlicher Präsenz Herr zu werden, scheiterten nicht zuletzt an der Tatsache, dass sich die Tatorte auf das gesamte Kreisgebiet verteilten. Gleichzeitig sank die Aufklärungsquote auf 7,51 Prozent. „Ein für uns absolut indiskutabler und zutiefst enttäuschender Wert”, räumt Kriminalrat Ingo Wünsch ein, für ihn aber auch eine Konsequenz rückläufiger Hinweise aus der Bevölkerung.

Dabei ist die Polizei überzeugt, dass es an verdächtigen Wahrnehmungen nicht mangelt, dafür aber an der Bereitschaft, das eigene Misstrauen aus Angst in irgendetwas hineingezogen zu werden, mit der Polizei zu teilen. Deshalb der eindringliche Appell an alle Bürger, verdächtige Personen oder Wahrnehmungen direkt zu melden. „Lieber einen Einsatz zu viel als einen zu wenig ausgelöst”, versucht Wolfgang Spelthahn die Scheu vor dem Griff zur Notrufnummer zu nehmen. Und Ingo Wünsch ergänzt: „Jeder Anruf der 110 ist umsonst.”

Der Appell ist Teil einer umfassenden Präventionsoffensive der Polizei. Unter dem Motto „Gemeinsam gegen Wohnungseinbruch” erhält jeder Haushalt am morgigen Sonntag einen Flyer, der nicht nur die wichtigsten Verhaltenstipps auflistet, sondern auch noch einmal auf die kostenlose Beratung des Kommissariats Vorbeugung hinweist. Die Hauptkommissare Günter Arnold (Tel.: 0241 - 949 -86 11) und Friedhelm Fink (Tel.: 0241 - 949 -86 00) sind bei der Polizei Düren Ansprechpartner, wenn es um Fragen rund um den Schutz der eigenen vier Wände geht.

„Schon mit kleinen, aber effizienten Maßnahmen kann man Langfingern das leben schwer machen”, ist der Landrat sicher, dass viele Einbrüche vermieden werden könnten, wenn die Hinweise der Kommissare berücksichtigt würden. Denn in den meisten Fällen gelangen die Täter immer noch über die Terrassentür oder durch ein aufgehebeltes Fenster ins Innere. „Zur eigenen Sicherheit muss jeder etwas beitragen”, betont Wünsch abschließend. „Wir wollen, dass Sie sicher leben. Helfen Sie uns dabei.”
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