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Optimismus nach einem desaströsen Jahr

Von: sj
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Sieht NRW auf dem Weg zum „Innovationsland Nummer 1”: Andreas Pinkwart, Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, war der Gastredner der Vereinigten Industrieverbände. Foto: sj

Kreis Düren. Das Jahr 2009 wird als Rekordjahr in Erinnerung bleiben - in schlechter Erinnerung. „Es war ein wirtschaftlich außerordentlich schwieriges, ja desaströses Jahr”, bilanzierte Dr. Stephan Kufferath, Vorsitzender der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung (VIV), bei der Jahresanfangsveranstaltung auf Burg Obbendorf die vergangenen zwölf Monate.

In den ersten neun Monaten gingen die Umsätze der VIV-Mitglieder gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 18 Prozent zurück. „Auch das Jahr 2010 wird uns alle vor große Herausforderungen stellen”, wagte Kufferath eine Prognose.

Die Krisenstimmung weiche jedoch verhaltenem Optimismus. „Das Schlimmste scheint überstanden zu sein”, fasste der VIV-Vorsitzende eine aktuelle Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln zusammen. Die Stimmung auch in den Unternehmen vor Ort helle sich auf. Die Prognosen sagen ein Wachstum der Wirtschaft zwischen einem und zwei Prozent voraus.

Kufferath: „Aber wir wachsen auf sehr niedrigem Niveau. Vermutlich werden wir das Niveau, das wir vor der Krise hatten, erst wieder in einigen Jahren erreichen.” Dank Kurzarbeit und dem Bemühen der Arbeitgeber, ihre Stammbelegschaft nach Möglichkeit zu halten, habe die wirtschaftliche Krise nicht in voller Härte auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen: Während die Produktion dramatisch eingebrochen sei, habe die Zahl der Beschäftigten bei den VIV-Mitgliedsunternehmen um „moderate fünf Prozent” abgenommen. Auch der Ausbildungsmarkt habe sich als stabil erwiesen.

„Unsere Unternehmen wissen, dass die Zahl der Schulabgänger in den nächsten Jahren zurückgehen wird und eine Reihe von Unternehmen auch Mühe haben wird, qualifizierten Nachwuchs zu rekrutieren”, sagte Kufferath. Der VIV-Vorsitzende hob hervor, dass der Stellenwert von Bildung und Ausbildung in das Bewusstsein der Bevölkerung und der Politik gerückt werden müsse. Die Wertschätzung von Schule und Bildung sei noch viel zu gering, die Quote der Schulabbrecher zu hoch.

Die Vereinigten Industrieverbände wollen ihren Beitrag zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen auch in Zukunft leisten. So werden beispielsweise die Sprachförderung und die naturwissenschaftliche und technische Bildung unterstützt. Die Begabtenförderung der VIV geht in diesem Jahr in die neunte Runde. Seit Beginn des Projektes haben sich mehr als 1000 Schüler beteiligt. „All diese motivierten Jugendlichen sind es, auf die NRW auf seinem Weg zum Innovationsland Nummer 1 zählen kann”, gab Stephan Kufferathden Ball an den Festredner des Empfangs, Landesinnovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP), weiter.

Pinkwart dankte zunächst den Unternehmern, die „mit viel Mut und Ausdauer auch in Krisenzeiten Menschen eine Perspektive geben”. Der Forschungsminister umriss die Ziele der Landesregierung, NRW mit seinen Schulen und Hochschulen „an die Spitze” zu führen und forderte mehr Leistungsorientierung. „Wir müssen auch den Lehrern mehr zutrauen und ihnen für ihre wichtige Aufgabe Anerkennung zollen.”

An die Unternehmer appellierte Pinkwart, den Austausch zwischen Wissenschaft und Firmen einerseits und den Firmen untereinander andererseits auszubauen, um innovative Produkte zu entwickeln. Zudem forderte der FDP-Politiker eine größere Technologieoffenheit in der Bevölkerung. Zu oft würden Fragen, die rational behandelt betrachtet werden sollten, emotional aufgeladen. Eine „Betonung der Ängste” bringe den Standort nicht weiter.
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