Lamersdorf - Neues Friedhofskonzept: Pflegeleichte Grabstätten in Inden

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Neues Friedhofskonzept: Pflegeleichte Grabstätten in Inden

Von: ahw
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Fünf pflegeleichte Gräber-Variantern hat die Steinmetz-Innung auf dem Lamersdorfer Friedhof angelegt. Foto: Wolters
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Auch bestehende Grabstätten können zu pflegeleichten zurückgebaut werden. Davon überzeugten sich Obermeister Karl Goffart (v. r.), Bürgermeister Ulrich Schuster und Renate Xhonneux vom Friedhofsamt. Foto: Wolters

Lamersdorf. Bürgermeister Ulrich Schuster, Karl Goffart, Obermeister der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Aachen, und zehn seiner Handwerkskollegen haben am Schwarzen Weg in Lamersdorf das im Sommer beschlossene neue Friedhofskonzept der Gemeinde Inden vorgestellt.

Dazu hatten die Steinmetze innerhalb kürzester Zeit eine Reihe von Mustergräbern angelegt. Grund für das neue Konzept, das Renate Xhonneux vom Friedhofsamt ausgearbeitet hat, sind der Wandel in der Trauerkultur und die Überalterung der Gesellschaft.

So ist der „Wahlgräber-Boom“ der 1970er Jahre längst vom Trend zur Urnenbestattung abgelöst worden. Das lässt sich in der Gemeinde Inden auch an Zahlen ablesen: Standen im Jahr 2000 57 Sargbestattungen nur vier in Urnen gegenüber, war 2008 schon beinahe ein Gleichstand (31 Sarg-, 28 Urnenbestattungen) erreicht, der seither zunehmend deutlicher zugunsten der Urne ausfällt.

Im Zeitraum 2010 bis 2012 lag der Anteil der Urnenbeisetzungen bei 134 von insgesamt 197 Beerdigungen auf Friedhöfen der Gemeinde Inden – das sind rund 68 Prozent. So wurden zuletzt in Lamersdorf und auch noch in Inden/Altdorf und Lucherberg neue Urnenwahlgrabfelder angelegt.

Grabpflege ein Problem

Ein anderes Problem, das vielen Älteren bzw. Hinterbliebenen auf der Seele brennt, ist die Grabpflege. Ein erster Schritt, um Angehörigen hier ein zukunftsfestes Angebot zu unterbreiten, waren die 2007 eingeführten pflegefreien Rasengräber, die schnell eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden haben.

Solche Urnen-Rasengräber sind nach den bisherigen Erfahrungen vor allem für kinderlose Partnerschaften, alleinstehende Personen oder Leute attraktiv, deren Kinder oder sonstige Angehörigen nicht am Ort leben bzw. denen die spätere Grabpflege nicht zugemutet werden soll.

Allerdings hat sich ebenso gezeigt, dass die überlebenden Partner bei der Trauerbewältigung Schwierigkeiten damit haben, später nicht neben dem Lebenspartner beigesetzt zu werden. Daher wird inzwischen die Möglichkeit angeboten, die Urnen von Lebenspartnern unter einer Platte mit neuer Beschriftung zu bestatten. Aus technischen Gründen werden solche Rasen-Partnergräber für Sargbestattungen nicht angeboten.

Bei den Grabarten hat die Steinmetz-Innung weitere alternative Formen entwickelt, die ebenfalls pflegeleicht sind und auf dem Lamersdorfer Friedhof präsentiert werden. In diesen Fällen besteht das eigentliche Grab nicht allein aus einer in den Rasen eingelassenen Platte, die vom Rasenmäher problemlos überfahren werden kann, sondern aus einem individuell geformten Grabstein, der auf einem kleinen Sockel ruht.

Blumen auf dem Sockel

Zudem ist es möglich, ein Beet auf der vollen Größe des Grabes oder nur auf einem Teil davon anlegen zu lassen. Weiterhin kann die Pflege des Grabes solange man kann und will erfolgen, alternativ kann Einsaat und Pflege des Grabes jederzeit von der Gemeinde übernommen werden.

Durch den Sockel besteht nach der Einsaat von Rasen weiterhin die Möglichkeit, die für das Grab bestimmten Vasen, Schalen und Lampen abzusetzen.

Um die weitere Pflege zu erleichtern, werden die Einfassungen dieser Gräber ebenerdig angelegt, um ein gefahrloses Überfahren beim Mähen zu gewährleisten. Ein weiterer Clou dieser pflegeleichten Gräber: Auch bereits bestehende Grabanlagen können entsprechend zurückgebaut werden, wenn die Angehörigen Mähkanten und Grundsockel entsprechend anlegen lassen.

Komplettiert wird das neue Friedhofskonzept durch die Möglichkeit, bei Wahlgräbern, die bisher nach Ablauf der Nutzungszeit von 30 Jahren für den Zeitraum von 10, 20 oder 30 Jahren wieder erworben werden, einen jährlichen Wiedererwerb zu ermöglichen, da die bisherigen Fristen für viele inzwischen älter gewordene Angehörige zu lang sind.

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