Kreis Düren - Nahezu jeder Jugendliche im Kreis Düren findet eine Lehrstelle

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Nahezu jeder Jugendliche im Kreis Düren findet eine Lehrstelle

Von: Jörg Abels
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Ausbildung wird im Forschungszentrum Jülich großgeschrieben. Mit 85 angebotenen Stellen ist das FZJ im kommenden Jahr weiter der größte Ausbilder im Kreis Düren. Foto: FZJ

Kreis Düren. Das noch vor einem halben Jahr im Zuge der Wirtschaftskrise auch für den Ausbildungsmarkt im Kreis Düren befürchtete Schreckensszenario ist ausgeblieben. „Mittelstand und Handwerk sei Dank”, zog Harald Küst, Geschäftsführer der Dürener Arbeitsagentur, sogar eine überwiegend positive Bilanz des am 30. September abgeschlossenen Ausbildungsjahres 2008/2009.

Viele Unternehmen hätten erkannt, dass es angesichts des demograhphischen Wandels gerade jetzt wichtig sei, die Facharbeiter von Morgen auszubilden, betonte Küst. Zwar ging die Zahl der bei der Arbeitsagentur gemeldeten Lehrstellen auch im Kreis Düren um 8,7 Prozent zurück.

Da gleichzeitig aber auch mit dem den einsetzenden geburtenschwachen Jahrgängen die Zahl der Bewerber um 15 Prozent gesunken ist, konnte nahezu jeder ausbildungsfähige und -willige Jugendliche eine Stelle antreten.

Angesichts eines sich über vier bis fünf Monate erstreckenden Umsatzrückgangs von bis zu 60 Prozent war selbst Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Aachen, beim Blick in die Statistik positiv überrascht, dass im Kreis Düren allein im Handwerk über 450 Lehrstellen angeboten und besetzt werden konnten, im Bereich der Industrie- und Handelskammer Aachen waren es knapp 800, wie Giesbert Kurlfinke erläuterte, und damit nur geringfügig weniger als noch 2008 (849).

Lediglich 32 Jugendliche haben noch keine passende Ausbildungsstelle gefunden, im letzten Jahr waren es noch doppelt so viele (64). Und weil demgegenüber noch 76 offene Stellen vorhanden sind, gehen Arbeitsagentur, aber auch IHK und Handwerkskammer davon aus, dass sich die Zahl der unversorgten Jugendlichen noch weiter reduzieren wird. „Im Oktober und November tut sich noch was”, ist Harald Küst fest überzeugt.

Freie Ausbildungsstellen gibt es noch in vielen Branchen, vor allem im kaufmännischen Bereich (Einzelhandel, Versicherungen, Sport- und Fitness oder Büro), im Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch noch ganz spezielle wie den Mechatroniker Kältetechnik oder den mathematisch-technischen Softwareentwickler. „Wir können immer noch jedem Jugendlichen, ein adäquates Angebot machen”, betonte Kurlfinke, der gleichzeitig aber auch an die Jugendlichen appellierte, die eigenen Fähigkeiten nicht zu überschätzen und eine realistische Berufswahl vorzunehmen.

Dass dies nicht immer der Fall ist, bestätigte Dr. Matthias Ertinger, Personalchef beim Forschungszentrum Jülich als größtem Ausbilder im Kreisgebiet, aus der Praxis. Bei vielen Einstellungsgesprächen würde bei der Frage nach der Stellenmotivation deutlich, dass die Vorstellungen vom künftigen Beruf mit der Realität selten übereinstimmten.

Mit der IHK und der Handwerkskammer appellierte Ertinger deshalb an die Schulen, den Praktika größeren Stellenwert einzuräumen und sie viel gezielter zu vermitteln, damit sich die Jugendlichen ein genaueres Bild von der Berufswelt machen könnten. Barkey forderte zudem die Gymnasien auf, sich stärker für gewerblich-technische Berufe zu öffnen. „Das Handwerk braucht in Zukunft besser qualifizierte Azubis.” Für Barkey zeigt zudem die hohe Zahl an Maßnahmen der Arbeitsagentur - allein 109 Einstiegsqualifizierungen für Leistungsschwächere im Kreis Düren, 203 berufsvorbereitende Maßnahmen und 121 geförderte außerbetriebliche Ausbildungsplätze -, dass es immer noch große Defizite im schulischen Bereich gibt. Mit Blick auf die rückläufigen Schülerzahlen aber brauchten Industrie, Handwerk und Handel in Zukunft jeden Schüler. Gut, dass die Arbeitsagentur deshalb bei ihren Maßnahmen nicht sparen will.
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