„Mobilität im ländlichen Raum“: Experten skizzieren neue Wege

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Kreis Düren. „Mobilität“ ist ein weites Feld. Einfache Antworten gibt es nicht mehr, intelligente Lösungen sind gefragt, um verschiedene Ansprüche und Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Im Kreis Düren ist Mobilität ein Dauerthema, nicht zuletzt mit Blick auf den demografischen Wandel, der vor allem den ländlichen Raum vor Herausforderungen stellt.

 Der Kreis Düren und die Zukunftsinitiative Eifel luden zur Fachveranstaltung „Mobilität im ländlichen Raum“ auf Schloss Burgau ein.

Verkehrsmittel kombinieren

„Alle Verkehrsmittel haben ihre Berechtigung, denn alle haben – je nach Bedürfnis und Zweck – ihre besonderen Vorteile. Deshalb ist es ideal, wenn man Zweirad, Auto, Bus und Bahn im Alltag und in der Freizeit möglichst reibungslos miteinander kombinieren kann“, sagt Landrat Wolfgang Spelthahn. Der Kreis Düren ist als „Fahrrad-freundlicher Kreis“ zertifiziert und mit einem dichten Knotenpunkt-Orientierungssystem überzogen worden. Die Rurtalbahn hat einen Teil ihrer Flotte modernisiert, während sich der künftige Busfahrplan nach der großangelegten Haushaltsbefragung noch enger am Bedarf der Menschen orientieren wird.

Prof. Dr. Christoph Hebel vom Fachbereich Bauingenieurwesen der FH Aachen hat eine Mobilitätsstrategie für den Kreis Düren erarbeitet. „Ziel der Verkehrsentwicklungs- und Mobilitätsplanung ist eine nachhaltige Entwicklung des Kreises Düren als Wohn-, Wirtschafts- und Freizeitstandort“, heißt es darin. Daraus leitet er sechs verschiedene Themenfelder ab, zum Beispiel das der Verkehrssicherheit. Um die Vision „Vermeidung aller Verkehrsunfälle“ Wirklichkeit werden zu lassen, sei eine Strategie mit einem Maßnahmenbündel erforderlich.

Das Leader-Projekt „Eifel mobil“ stellten Simone Handwerk und Alexander Sobotta vor. Eines der fünf Modelldörfer, in denen die gemeinschaftliche Nutzung von Elektrofahrzeugen erprobt wurde, war Gey. Dort war das „Auto für alle“ so beliebt, dass die Dorfbewohner das Angebot nicht mehr missen möchten. Derzeit sind sie auf der Suche nach Partnern zur Finanzierung eines eigenen Autos.

Car-Sharing gibt es hierzulande schon seit über 25 Jahren. „Derzeit gibt es Angebote in 474 Orten in Deutschland“, bestätigte Gabi Lambrecht vom Bundesverband Car-Sharing, dass „Nutzen statt Besitzen“ weit verbreitet ist. Auch im ländlichen Raum werde es teils schon seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert.

Pedelecs, Bus und Bahn

Auch Zweiräder kann man sich teilen. In Nideggen-Berg standen im Rahmen des Projekts „Eifel mobil“ neun Pedelecs für jedermann bereit. Sie wurden häufig gebucht, vorwiegend für Freizeitfahrten. Auch hier bekamen die Menschen ein Bewusstsein für den Wert klimafreundlicher Fortbewegung.

Ein Angebot der Nationalparkregion stellte Nadine Rathofer vor. Seit Anfang 2014 bietet der Naturpark Nordeifel Übernachtungsgästen ein Bus- und Bahnticket an. In der Pilotphase kalkulieren 18 Betriebe mit 220 Betten einen kleinen Aufschlag in den Übernachtungspreis ein, der an die Verkehrsverbünde VRS und AVV abgeführt wird. Diese stellen dann die Fahrscheine aus, die die Gäste vor Reiseantritt erhalten. Damit können sie ihrem Auto im Urlaub eine Pause gönnen, im Idealfall bleibt es ganz daheim. So schont das Gästeticket Umwelt und Ressourcen.

Die Konferenz wagte auch den Blick über den Tellerrand des Kreises hinaus. Wie der Kreis Steinfurt den Nahverkehr im ländlichen Raum deutlich gestärkt hat, zeigte Dr. Andreas Leistikow von der Regionalverkehr Münsterland GmbH auf. Dort wurde nicht nur das Busangebot auf der Schnellbus-Linie von Mettlingen nach Osnabrück ausgeweitet. Ein neues Flatrate-Ticket berechtigt zugleich zur Nutzung von Elektrorädern. Diese Räder werden von einer eigens eingerichteten Mobilstation ausgegeben. Dort werden die Nutzer auch beraten, um bestmöglich unterwegs zu sein.

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