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Mit Pfiff gegen Langzeit-Arbeitslosigkeit

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Kein Auskommen mit dem Einkommen - das ist ein Problem, mit dem immer mehr Menschen im Kreis Düren, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II beziehen, zu kämpfen haben.

So gab es denn im vergangenen Jahr zwischen Titz im Norden und Heimbach im Süden genau 3949 Männer und Frauen, die einen Job haben und dennoch von ihrer Arbeit nicht satt werden.

Landrat Wolfgang Spelthahn sowie die beiden damit befassten Amtsleiter Martina Forkel und Karl-Josef Cranen fuchst das ganz gewaltig - so sehr, dass sie dieses Problem in diesem Jahr verstärkt angehen wollen.

Dies und noch mehr gaben der Kreishaus-Chef und seine Mitarbeiter jetzt bei der Vorstellung der Jahresbilanz der „job-com” bekannt. Aufgabe der „job-com” ist es, Langzeit-Arbeitslosen zum Wiedereinstieg ins Erwerbsleben zu verhelfen - durch qualifizierende Lehrgänge, Umschulungen, die Vermittlung von Stellen oder auf andere Weise.

Eine gute Bilanz

Zu Beginn der Präsentation setzte der Landrat einen prinzipiell positiven Grundton. Spelthahn sprach von einer „guten Bilanz in wirtschaftlich schwierigen Zeiten”. Im Übrigen schreibe die job-com seit ihrer Gründung zum Jahresbeginn 2005 eine „hervorragende Erfolgsgeschichte”. Ähnlich zuversichtlich, aber mit nachdenklichen Akzenten äußerte sich Martina Forkel, die zusammen mit ihrem Kollegen die Geschäfte führt.

Freimütig gab sie zu: „Auch wir können das Rad nicht neu erfinden”, um kurz darauf einzuräumen, dass es für sie und ihre Mitstreiter derzeit trotz allen Engagements „mehr Probleme als Lösungen” gebe. Trotzdem gibt die aktuelle Bilanz durchaus nicht nur zum Pessimismus oder zur Skepsis Anlass. Vom Jahresbeginn 2006 bis zum Jahresende 2008 ist die Zahl der Arbeitslosen, die nach dem auch als „Hartz IV” bekannten SGB II Leistungen beziehen von 10.197 auf 7076 und damit um rund 30 Prozent gesunken.

Gut verlaufen seien außerdem, so Martina Forkel weiter, die 2008 in Gang gekommenen Projekte im Zuge des „Integrationsmodell 25 plus”, bei dem Langzeit-Arbeitslose sich mit Erfolgsquoten zwischen 78 und 90 Prozent unter anderem zum Busfahrer, zum Triebwagenführer oder zur Altenpflegerin qualifiziert haben.

Um jüngere Menschen ging es bei dem „Integrationsmodell U 25”. Mit dem Ziel, ihnen zu einem Ausbildungsplatz in einem Betrieb zu verhelfen, haben hier Männer und Frauen unter 25 grundlegende Fertigkeiten oder den Hauptschulabschuss erworben - wobei es Martina Forkel wichtig ist, dass die Klienten „beratungsintensiv und fordernd” begleitet werden.

Den Leuten von der job-com mangelt es jedenfalls nicht an Pfiffigkeit, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen Wege aus der Perspektivlosigkeit aufzuzeigen. So fand beispielsweise ein „Job-Casting” statt, bei dem die Junioren im Kontakt mit Gesprächspartnern aus Handel und Gewerbe Wunschberufe testen konnten.

Gewaltige Unterschiede

Ungleichgewichtig gestaltet sich übrigens die Verteilung der Leistungsbezieher auf die Städte und Gemeinden des Kreises. So wohnen 56 Prozent der Bezieher von „Hartz IV” in Düren, während Heimbach und Hürtgenwald mit je einem Prozent am unteren Ende der Tabelle liegen.
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