Kreis Düren/Jülich - Lotsen sollen Jugendliche in Arbeit bringen

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Lotsen sollen Jugendliche in Arbeit bringen

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren/Jülich. Bundesweit verlassen jährlich rund 60.000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss, viele mit Migrationshintergrund.

Jugendliche die aufgrund sozialer Benachteiligungen, individuellen Beeinträchtigungen oder integrationspezifischen Problemen nicht oder nur sehr eingeschränkt auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können.

Dabei ist klar, dass angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels „kein Jugendlicher mehr verloren gehen darf”, betont Wolfgang Spelthahn auch mit Blick auf die durchaus vorhandenen Problemfälle im Kreis Düren. Der Landrat freut sich daher um so mehr, dass der Kreis vom Bundesministerium für Frauen, Senioren, Familie und Jugend ausgewählt wurde, das vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt „Jugend Stärken” lokal umzusetzen.

„Wir sind eine von 36 Modellregionen”, erklärt Spelthahn, „deren Erfahrungen aus der praktischen Arbeit mit Jugendlichen herangezogen werden sollen, um später bundesweite Programme zu initiieren. „Wir als Modellkommunen sollen unseren Erfahrungsschatz weitergeben”, verweist Spelthahn auf einen intensiven Austausch der 36 Modellkommunen.

Anspruch des Kreisdürener Projekts, das federführend vom Sozialwerk Dürener Christen in Jülich installiert wird, ist es, jedem Jugendlichen den Übergang von der Schule ins Berufsleben zu ermöglichen. Im Roncalli-Haus an der Stiftsherrenstraße wird das Sozialwerk möglichst bereits ab Dezember eine so genannte Lotsenstelle einrichten, erklärt Geschäftsführer Georg Kirschbaum.

Zwei Mitarbeiter werden mithilfe von Lehrern und Sozialpädagogen Kontakt zur Zielgruppe aufnehmen und sie durch den Dschungel der bereits bestehenden Förderangebote bringen. „Maßnahmen gibt es genug”, weiß Kirschbaum aus der langjährige Arbeit des Sozialwerks auch im Rahmen des Projekts „Schulverweigerung - die 2. Chance.” „Die Frage ist nur, wie bringen wir den Bewerber mit seinen individuellen Schwächen zum richtigen Programm”. Und das bereits bevor die Jugendlichen gescheitert sind. Kirschbaum betont, dass die Lotsenstelle immer ein offenes Ohr für die Jugendlichen haben wird und spricht von einer individuellen Betreuung, die schon während der Schulzeit ansetzt. „Die Intensität und Häufigkeit der Beratung ist nicht begrenzt, sondern erfolgt bedarfsgerecht”, erklärt Josef Loup vom Sozialwerk.

Primär angesprochen sind Jugendliche aus Jülich. Dort soll das Projekt ansetzen. „Wenn es uns schon gelingt, dass zehn junge Erwachsene nicht abstürzen, haben wir volkswirtschaftlich bereits einen Gewinn”, unterstreicht Spelthahn, dass die 400.000 Euro, die bis Ende 2013 vom ESF zur Verfügung gestellt werden, gut angelegt sind. Der Kreis Düren beteiligt sich mit 100.000 Euro. Das Jugendamt wird das Projekt begleiten.
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