Langer Winter hinterlässt an Straßen immense Frostschäden

Von: Jörg Abels
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Der Winter hat seine Spuren hinterlassen, vielerorts fehlt aber das Geld für aufwändige Sanierungen. Foto: stock/Revierfoto

Kreis Düren. „Der Winter nimmt keine Rücksicht auf unsere Haushaltssituation“, bringt es Hans Jürgen Schüller auf den Punkt. Die Zahl der Frostschäden auf den Straßen in der Gemeinde Nörvenich ist enorm. „Wir müssen jetzt sehen, dass wir die gravierendsten Mängel aufarbeiten, um unserer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen“, betont der Bürgermeister.

Keine leichte Aufgabe, hat der Gemeinderat doch gerade erst im Rahmen notwendiger Sparmaßnahmen den Ansatz für die Straßensanierung um zwei Drittel gekürzt. „Aufwendige Arbeiten sind deshalb nicht möglich“, betont Schüller ohne die genauen Kosten bereits zu kennen.

Auch in anderen Kommunen läuft die Bestandsaufnahme noch, beispielsweise in Hürtgenwald. Auch hier sind es deutlich mehr Schäden. „Gefahrenstellen werden umgehend beseitigt“, erklärt Stefan Grießhaber, der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. Noch ist der Topf für die Straßenunterhaltung gut gefüllt, nicht unwahrscheinlich aber, dass aufgrund der ungewöhnlich langen Frostperiode und der damit verbundenen Vielzahl von Straßenschäden Geld umgeschichtet und die eine oder andere für 2013 geplante Straßensanierungsmaßnahme zurückgestellt werden muss.

Vorsorglich aufgestockt

Ausschließen will Grießhaber das für die Gemeinde Hürtgenwald ebenso wenig wie Anke Leimert vom Tiefbauamt der Stadt Düren. Für die Beseitigung von Frostschäden stehen in Düren 175.000 Euro zur Verfügung, für Straßenunterhaltung insgesamt 580.000 Euro. Ob das reichen wird, kann die stellvertretende Amtsleiterin noch nicht absehen. Aktuell werde geklärt, an welchen Stellen der Dürener Service Betrieb die Mängel beseitigen könne, wo Fremdfirmen beauftragt werden müssen.

Konkrete Zahlen liegen hingegen in Niederzier bereits vor: 45 größere Ausbrüche in den Asphaltdecken der Gemeindestraßen hat Bauingenieur Benjamin Savelsberg zusammengetragen, vielfach im Bereich von Kanalschächten. Dazu kommen rund 110 Schäden an Gehwegen und Nebenanlagen. Rund 62.000 Euro wird die Beseitigung kosten. Bürgermeister Hermann Heuser hat daher den Haushaltsansatz im Bereich Straßensanierung vorsorglich schon einmal um 50.000 Euro aufgestockt.

Auch dem 210 Kilometer langen Kreisstraßennetz hat der lange Winter derart zugesetzt, dass die für Deckensanierungen veranschlagten 400.000 Euro bei Weitem nicht ausreichen werden. Vor allem die K 36 zwischen Simonskall und Vossenack, die K 29 an der Deponie Horm und die K 45 bei Schlich müssen dringend saniert werden. Andernorts werden die Mängel mit Kaltasphalt provisorisch behoben.

Walter Weinberger, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung und -straßen, fordert daher Bund und Land auf, endlich auch Fördermittel für die Straßensanierung zur Verfügung zu stellen, nicht länger nur für den Neu- und Ausbau. Denn eine unzureichende Sanierung werde nur zu einem noch größeren Instandsetzungsaufwand führen.

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