Landwirte klagen über immer weniger Anbaufläche

Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. „Der Boden wird noch immer in hohem Maße für Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen verbraucht”, kritisiert Franz Josef Kügelgen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Düren.

„Sind die Flächen einmal überbaut, fallen sie als landwirtschaftliche Nutzfläche weg. Wir können nichts mehr darauf anbauen”, hebt der Vorsitzende hervor.

Gerade vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung und eines steigenden Bedarfes an Lebensmitteln müsse die Sichtweise auf den Wert land- und forstwirtschaftlicher Flächen grundlegend geändert werden.

Auch im Kampf gegen den Klimawandel - etwa um die Klimaziele im Transportsektor zu erfüllen - seien Biokraftstoffe und Bioenergie aus Getreide, Mais und Raps dringend erforderlich, meint Kügelgen.

Der Flächenverbrauch für die Landwirtschaft durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen habe seit 1995 in Nordrhein-Westfalen jeden Tag durchschnittlich 15 ha Fläche betragen, kritisiert der Vorsitzende.

In der ganzen Bundesrepublik Deutschland seien in den letzten Jahren jeden Tag sogar zwischen 100 und 130 Hektar Fläche verbraucht worden. Daher müsse die Entsiegelung bei neuer Inanspruchnahme von Böden absolute Priorität haben.

Kooperation mit Naturschutz

„Zudem kann ein Landwirt zahlreiche Flächen zur Bewirtschaftung verlieren, wenn ein Träger eines Bauvorhabens im Sinne der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung eine Ausgleichsfläche mit Naturschutzmaßnahmen zur Kompensation des Eingriffs bereitstellen muss”, erklärt der Kreisbauernvorsitzende.

Ein Modell zur landwirtschaftsfreundlichen kooperativen Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen biete die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft mit dem sogenannten produktionsintegrierten Kompensationsflächenmanagement an.

Als Maßnahmen eignen sich beispielsweise Grünland- oder Ackerextensivierungen in Kombination mit Blühstreifen. Dabei nutzen Landwirte die Fläche weiter - berücksichtigen aber bestimmte Bewirtschaftungsauflagen, sodass sie eine kompensationswirksame Naturschutzleistung erbringen.

Trotzdem kann aber weiterhin Ertrag auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen erwirtschaftet werden. „Das Stiftungsmodell stellt eine gelungene Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz dar”, findet er erste Landwirt des Kreises.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert