Kreis Düren - Kein Frontalangriff auf den „Event-Landrat”

Kein Frontalangriff auf den „Event-Landrat”

Von: Jörg Abels
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Wollen gemeinsam für einen Politikwechsel im Kreis Düren kämpfen: SPD-Spitzenkandidat Jens Bröker und der UB-Vorsitzende Dietmar Nietan (r), der als Erster zum Wahlergebnis gratulierte. Foto: Abels

Kreis Düren. Die SPD im Kreis Düren steht geschlossen hinter ihrem Fraktionsvorsitzenden Jens Bröker. Mit über 95 Prozent der Stimmen wählten die Vertreter der 18 Ortsvereine den 47-Jährigen am Donnerstagabend zu ihrem Kandidaten für die Landratswahl am 7. Juni.

Nur zwei der 65 Delegierten versagten ihm bei der Kreiswahlkonferenz ihre Unterstützung, einer enthielt sich der Stimme.

Zuvor hatte Bröker seine Partei auf einen sach- und inhaltsbezogenen Wahlkampf eingeschworen. Der Frontalangriff gegen den von den Sozialdemokraten oft als Event-Landrat titulierten Wolfgang Spelthahn blieb aus. Nur einmal wurde der Spitzenkandidat seiner Linie untreu: „Ich bin zwar ein Freund der Rolling Stones”, outete sich der 47-Jährige. „Trotzdem werde ich sie als Landrat nicht in die Arena holen. Es gibt wichtigeres.”

Bröker sprach von konkreten Projekten in der Familienförderung, in der sozialen und ökologischen Infrastruktur und der Wirtschaftsförderung. Die Schlagworte Solidarität, Teilhabe, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit standen im Mittelpunkt seiner Rede. „Ich stehe für eine aktive und solide Kommunalpolitik, bei der die finanziellen Rahmenbedingungen nicht aus dem Auge verloren werden dürfen”, betonte er mit Blick auf die „Rekordverschuldung des Kreises”.

Es gehe nicht darum, freiwillige Leistungen und damit Zuschüsse zu kürzen, sondern mit kreativen Ideen den Gestaltungsraum bei den Pflichtaufgaben zu nutzen. Als Beispiel nannte Bröker die hohen Kosten für die Heimunterbringung von Kinder- und Jugendlichen aus Problemfamilien. „Wir müssen dafür sorgen, dass Kinder erst gar nicht ins Heim müssen”, betonte Bröker.

Die Förderung der lokalen Wirtschaft, die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, betonte der Genosse, habe oberste Priorität. „Die Menschen müssen sich ihre finanzielle Grundlagen in der Region erwirtschaften können.” Der Kreis Düren dürfe im Spannungsfeld zwischen der Städteregion Aachen und der Metropolregion Köln nicht zerquetscht werden.” Der GWS stellte Bröker ein vernichtendes Zeugnis aus.

„Sie hat ihre Aufgabe nicht erfüllt. Wir müssen nun auf der Basis des von uns beantragten wirtschaftlichen Leitbildes ein eigenes Profil für den Kreis Düren entwickeln.” Die Entwicklung der Tagebaunachfolgelandschaft mit finanzieller Unterstützung von RWE Power, ein Tourismuskonzept für die Eifel und ein verbesserter Technologietransfer aus dem Forschungszentrum Jülich in den Kreis haben dabei für ihn Priorität.

Weitere Ziele Brökers: ein kostenfreies Ganztagesangebot für alle Kinder im Kreis Düren und der Ausbau des Bündnisses für Familie zu einem Netzwerk. „Eine Familienkarte, die zehn Cent Ermäßigung auf den Hamburger bringt, reicht nicht aus.” Vielmehr unterstrich Bröker erneut die Notwendigkeit des von der SPD beantragten Familientickets im ÖPNV.

Themen, die nur zwei Delegierte nicht überzeugten. Nach seiner Nominierung als Landratskandidat wurde Bröker auch an die Spitze der Reserveliste gewählt, vor Liesel Koschorreck, Dietmar Nietan, Yvonne Balen und Hans Peter Schmitz.

Die Direktkandidaten in den 27 Wahlkreisen

In den Wahlkreisen treten für die SPD an (1-27): Gudula Metz Stadt (Düren Süd), Dirk Nieveler ((Rölsdorf/Gürz.), Uli Titz (Echtz, Hoven, Derichsweiler/Gürzenich), Peter Hemgenberg (Birkesdorf, Merken, Arnoldsweiler), Liesel Koschorreck (Birkesdorf), Yvonne Balen (Düren-Ost), Jens Bröker (Düren Ost-Südost), Dietmar Nietan (Düren, Innenstadt I), Birgit Strack (Düren, Innenstadt II), Rolf Kurth (Langerwehe), Josef Johann Schmitz (Inden), Kajatan Raab (Aldenhoven), Raoul Pöhler (Aldenhoven/Linnich), H.-Friedrich Oetjen (Linnich), Manfred Ilbertz (Titz), Hans Peter Schmitz (Jülich, Innenstadt, Broich, Bourheim, Koslar, Barmen), Klaus Gundelach (Jülich-Innenstadt, Lich-Steinstraß), Siggi Bertling (Jülich-Innenstadt, Jülich-Süd, Kirchberg, Pattern, Welldorf, Stetternich), Sandra Bozkir (Niederzier), Helmut Esser (Merzenich), Heike Szadkowski (Nörvenich), Dieter Hockel Dieter (Vettweiß), Rolf Schröteler (Kreuzau), Richard Halver (Stockheim, Drove, Kreuzau), Jochen Erler (Nideggen), Erwin Cremer (Heimbach, Nideggen), Michael Böhmer (Hürtgenwald).
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