Katlyn (18) aus den USA: „Deutschland ist ein tolles Land“

Von: Daniela Martinak
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Dietmar Nietan hat die Patenschaft für Katlyn Mary Maloney übernommen. Foto: Daniela Martinak

Kreis Düren. Sauerkraut mit Kartoffelpüree und Bratwurst. Typisch deutsch eben. Und Katlyn Mary Maloney liebt es, das typisch Deutsche. Nicht nur das Essen - alles. Fast alles zumindest. Zehn Monate durfte die Teilnehmerin des Parlamentarischen-Patenschafts-Programm (PPP) jetzt in Aldenhoven verbringen.

Eine Gastfamilie hat die 18-Jährige aus den USA aufgenommen. „Sie ist zu meiner zweiten Familie geworden. Und Deutschland würde ich als meine zweite Heimat bezeichnen“, sagt Katlyn. Heimweh prägte die erste Zeit nach dem Abschied von ihren Eltern, ihrer Schwester und ihren Freunden in den USA. Nach drei Monaten legte sich das. „In der Weihnachtszeit und an meinem Geburtstag fiel es mir besonders schwer, meine Lieben nicht um mich herum zu haben“, erklärt die Schülerin in einwandfreiem Deutsch.

350 junge Amerikaner

Binnen kurzer Zeit hat sie nicht nur rege am Schulunterricht des Gymnasiums der Stadt Baesweiler teilgenommen, sondern auch deutsche Bücher verschlungen. „Die deutsche Sprache ist wunderbar“, betont die Amerikanerin.

„Jedes Jahr sind 350 junge Amerikaner als Schüler oder junge Berufstätige mit dem PPP-Stipendium in Deutschland. Die jungen Menschen werden dann in Gastfamilien aufgenommen, für deren Bewerbung wir jederzeit dankbar sind“, erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Dietmar Nietan. Ein Mal im Jahr wird ein solcher Austauschschüler im Kreis Düren empfangen.

Dann übernehmen abwechselnd Nietan und seine Kreisdürener Bundestagskollegen Thomas Rachel und Oliver Krischer die Patenschaft. Das heißt, die Amerikaner und auch die Gastfamilien haben dann einen Ansprechpartner. „Der Bundestag und der amerikanische Kongress finanzieren die Reise der Austauschschüler, und auch die Gastfamilien erhalten eine finanzielle Unterstützung“, sagt Nietan.

Katlyn hat sich während der zehn Monate pudelwohl gefühlt und kann dieses Programm nur jedem empfehlen. Obwohl sie sich „unheimlich“ auf den Augenblick freut, an dem sie ihrer Familie wieder in die Arme fallen kann – ein Teil von ihr bleibt hier. „Ich komme auf jeden Fall wieder. Es ist ein tolles Land: die Natur, die einfachen Verkehrsverbindungen, die Freundlichkeit der Menschen, das Essen und die Schuhe.“

Alkohol und Zigaretten

Die Deutschen wüssten aber ihre Freiheit im eigenen Land leider nicht zu schätzen. Auf die Frage, was ihr nicht so gut gefallen hat, antwortet die 18-Jährige ohne langes Nachdenken: „Rauchen und Trinken! Das ist ja schlimm hier. Die Jugendlichen kommen am Wochenende betrunken nach Hause und finden das auch noch cool. Und überall, wo man sitzt, weht einem Rauch um die Nase.“

Am 17. Juni geht ihr Flieger zurück in die USA. Dann, sagt sie, überrascht sie ihre beste Freundin, die sie glauben lässt, dass sie erst nächsten Monat heimkommt.

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