Impfschutz gegen Grippe: Kreis-Gesundheitsamt klärt auf

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Kreis Düren. Mit Jahresbeginn beginnt erfahrungsgemäß die Grippesaison. Wegen der bekanntgewordenen Todesfälle an „Schweinegrippe” in Deutschland rufen wieder viele Bürger beim Kreis-Gesundheitsamt an und erkundigen sich nach einem möglichen Impfschutz. Aus diesem Grund beantworten Dr. Marianne Hoff-Gehlen und Dr. Gabriele Heuser die wichtigsten Fragen.

Ist das „Schweinegrippe-Virus” wieder im Umlauf?

Ja, das „Schweinegrippe-Virus”, das 2009 erstmalig auftrat, ist quasi zum saisonalen, also in der aktuellen Saison zirkulierenden Virus geworden. Allerdings ist es nicht das einzige Grippevirus, das derzeit im Umlauf ist. Bisher gibt es im Kreis Düren noch keinen laborbestätigten und damit meldepflichtigen Fall der sogenannten Schweinegrippe. Das hat seinen Grund darin, dass nur in seltenen Fällen ein Test durchgeführt wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Virus hier noch keine Erkrankungen verursacht hat.

Warum gilt nun wieder ausschließlich die saisonale Impfempfehlung?

Der derzeitige saisonale Grippeimpfstoff enthält auch Wirkstoffe gegen gegen den als „Schweinegrippe-Virus” bekannten Typ.

Lohnt es sich jetzt noch, sich impfen zu lassen?

Ja. Ein Impfschutz ist nach etwa 14 Tagen aufgebaut. Der Hauptteil der Grippesaison steht noch bevor.

Für wen wird die Grippeimpfung empfohlen?

Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission wird die Grippeimpfung besonders für Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens empfohlen. Dazu gehören chronische Krankheiten der Atmungsorgane, Herz- oder Kreislaufkrankheiten, Leber- oder Nierenkrankheiten, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten, chronische neurologische Grundkrankheiten, angeborene oder erworbene Immunschwäche. Dies gilt unabhängig vom Alter, ausgenommen der ersten sechs Lebensmonate. Desweiteren wird sie empfohlen für alle Schwangeren ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, ebenso für alle Personen über 60 Jahre, für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, für Personen mit erhöhter Ansteckungsgefährdung wie medizinisches Personal.

Warum wird die saisonale Grippeimpfung für Schwangere und für Personen mit Grundkrankheiten empfohlen?

Aufgrund der Erfahrungen aus der Pandemie 2009 wissen wir, dass es bei Schwangeren und bei Menschen mit Grundkrankheiten ein erhöhtes Risiko für schwere und tödliche Verläufe, insbesondere durch das Schweinegrippe-Virus, gibt.

Warum ist die Impfung des medizinischen Personals wichtig?

Medizinisches Personal hat aufgrund der Tätigkeit ein erhöhtes Risiko, selbst an einer Influenza zu erkranken. Gleichzeitig kann es eine mögliche Infektionsquelle für die von ihm betreuten Patienten darstellen.

Bietet die Impfung gegen das „Schweinegrippe-Virus” vom vergangenen Jahr noch Schutz?

Es ist durchaus möglich, dass noch ein gewisser Schutz besteht. Ob dieser ausreicht, die Krankheit zu verhindern, ist jedoch unbekannt. Die abgelaufene Impfung gegen Schweinegrippe schützt jedoch nicht gegen die derzeit auch zirkulierenden weiteren Virustypen. Daher ist jedem, der nicht an Grippe erkranken will, zu empfehlen, sich mit dem aktuellen Impfstoff impfen zu lassen.

Enthält der saisonale Grippeimpfstoff einen Wirkverstärker?

Nein, mit einer Ausnahme: Für Personen ab 65 Jahre steht schon seit vielen Jahren ein verstärkter Impfstoff gegen saisonale Influenza zur Verfügung, da ältere Menschen schlechter Antikörper bilden und das Immunsystem stärker stimuliert werden muss.

Wer darf nicht gegen Grippe geimpft werden?

Wer an einer fieberhaften Erkältung (mehr als 38,5 Celsius) oder akuten Infektion leidet.

Muss ich die Praxisgebühr zahlen, wenn ich zur Impfung gehe?

Nein, wer beim Arzt nur die Impfung erhält, muss keine Praxisgebühr zahlen.
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