Im Kreis Düren werden etwa 5700 streng geschützte Tiere gehalten

Von: gep
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Beim Amt für Landschaftspflege und Naturschutz müssen nach den artenschutzrechtlichen Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung grundsätzlich alle besonders geschützten sowie streng geschützten Tierarten schriftlich durch die jeweiligen Tierhalter angemeldet werden.

Dabei müssen sie einen Herkunftsnachweis vorlegen, erläuterte die Kreisverwaltung Düren auf Anfrage.

Für streng geschützte Tiere, die legal nachgezüchtet werden, sind sogenannte „CITES-Bescheinigungen“ vom Züchter zu beantragen. Im Kreis Düren sind bisher etwa 5700 CITES-Bescheinigungen ausgestellt worden. Diese besondere Registrierung hat ihren Grund: Für viele wild lebende und vom Aussterben bedrohte Tierarten existiert ein weltweiter Schwarzmarkt, auf dem Milliarden umgesetzt werden.

1973 kam es deshalb zum Washingtoner Artenschutz-Abkommen – das „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen“ (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora/CITES). Das Abkommen beinhaltet verbindliche Vorgaben für den Import und Export von Tieren.

Herkunftsnachweis

Auch der Teppichpython von Dürboslar fällt unter diese Regelungen, für dieses Reptil ist ein Herkunftsnachweis erforderlich.

Seit 1984 gilt das Artenschutzabkommen für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) Die gefährdeten Arten sind in der EU entsprechend dem Grad ihrer Schutzbedürftigkeit in vier Anhängen aufgeführt. Die meisten geschützten Reptilien in der Terraristik stehen im Anhang B. Sie sind zwar nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht, aber ein schwunghafter Handel soll verhindert werden. Für sie ist ein Herkunftsnachweis wie beispielsweise eine Rechnung erforderlich.

Die Mexikanische Rotknie-Vogelspinne wird ebenfalls im Kreis Düren gehalten. In den 80er Jahren wurde das eigentlich eher ruhige und kaum giftige Tier aufgrund von Hollywood-Filmen derart populär, dass es in seiner Heimat massenweise gefangen wurde und als Haustier verkauft wurde, um dann meist qualvoll zu verenden.

Daher wurde die Spinne 1985 in den Anhang II des Artenschutz-Übereinkommens aufgenommen – als erste Vogelspinnenart.

Weitere CITES-Arten, die im Kreis gehalten werden, sind Habicht, Saker-, Laggar-, Wanderfalke, Schnee- und Schleiereule sowie Käuze, von den Papageien verschiedene Arten des Aras und Kakadus.

Unter den Schlangen sind es Abgottboa (Boa constrictor), Kaiserboa, Grüner Baumpython, Gartenboa, Rosenboa und verschiedene weitere Pythons, unter den Vogelspinnen neben der Rotknie-Vogelspinne die Rotbein-, Kraushaar-, Orangebein- und die Schwarzrote Vogelspinne.

Auch Landschildkröten

Unter CITES registriert sind auch Pfeilgiftfrösche (Baumsteiger), Leguane und Taggeckos. Ferner sind Exemplare der Griechischen Landschildkröten, Maurischen Landschildkröten und der Breitrandschildkröte gemeldet.

Verstöße gegen die artenschutzrechtliche Meldepflicht werden nach Angaben des Kreises nur bei vorsätzlichem Handeln sanktioniert. Bisher seien aber nur Verwarnungen ausgesprochen worden. Bei fahrlässigem Handeln würden die Tierhalter eingehend über die rechtliche Situation belehrt. Aber regelrechte Problemfälle waren bisher im Kreis Düren nicht zu verzeichnen, heißt es.

Unbeschadet dessen seien aber grundsätzlich bei der Haltung von Tieren die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes zu beachten. Zuständige Dienststelle ist das Veterinäramt des Kreises.

Der zweimal entwischte Teppichpython von Dürboslar bis zum Montagabend indes noch nicht gefunden.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert