Im Kampf gegen Einbrecher zählt jede Minute

Von: Stephan Johnen
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„Wir müssen es Tätern nicht
„Wir müssen es Tätern nicht erleichtern”: Kriminalhauptkommissar Günter Arnold vom Kommissariat Vorbeugung, Kriminaloberrat Wilhelm Sauer und Tischlermeister Hans Georg Kramer (von links) demonstrieren im Dürener Rathaus, wie schnell ein in die Jahre gekommenes Fenster aufgebrochen werden kann. Foto: Johnen

Kreis Düren. Der Kampf gegen Wohnungseinbrüche hat seit Jahren bei der Polizei einen hohen Stellenwert. Doch trotz aller Anstrengungen - „einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht”, stellte Landrat Wolfgang Spelthahn als Behördenleiter das Thema Prävention in den Mittelpunkt seiner Rede zur Eröffnung der „Sicherheitstage” im Dürener Rathaus.

Bis Donnerstag geben dort Polizeiexperten und Handwerker kostenlos Tipps zum Einbruchschutz, die Sicherheitstechnik-Ausstellung wird in Kreuzau und Jülich wiederholt. Erstmals kooperiert die Polizei dabei mit der Kreishandwerkskammer Rureifel und dem Fachverband des Tischlerhandwerks.

Die Polizei führe „alle Mittel” ins Feld, um das „Übel zu bekämpfen” und verzeichne dabei auch Erfolge, doch letztlich könne jeder Bürger mithelfen, Einbrüche zu vereiteln. Professionelle Einbrecher seien „nicht zu stoppen”, führte Spelthahn aus, doch „wir müssen ihnen die Arbeit nicht erleichtern”.

Zur Prävention zählt Spelthahn daher neben der Investition in geeignete Sicherheitstechnik auch gute nachbarschaftliche Kontakte. „Wählen Sie bei verdächtigen Beobachtungen lieber einmal zu viel als einmal zu wenig den Notruf”, appellierte Spelthahn an alle Bürger.

Wo die Nachbarschaft wacht und zusammenhält, hätten es Einbrecher schwer, betonte auch Kriminalhauptkommissar Günter Arnold vom Kommissariat Vorbeugung. Es könne nie schaden, einen guten Draht zum Nachbarn zu haben und ihn beispielsweise über bevorstehende Urlaubsreisen zu informieren.

Zunehmend gehe die Entwicklung jedoch in eine andere Richtung: „Die Anonymität schwappt aus den Großstädten langsam in den ländlichen Raum über. Nachbarschaftshilfe kann aber Einbrüche vereiteln”, bilanzierte Arnold.

Doch neben dieser sozialen Komponente der Prävention setzt Arnold auch auf Technik - und das eigene Verhalten. Zu oft seien beispielsweise Türen nicht richtig abgeschlossen oder Fenster noch auf Kipp, wenn der Besitzer das Haus verlässt. Eine Einladung für Einbrecher, warnt Arnold.

Wer in seiner Abwesenheit beispielsweise Licht, Radio oder Fernseher per Zeitschaltuhr ein- und ausschalte, verschrecke meist schon potenzielle Einbrecher. „Ein Großteil der Taten sind Gelegenheitseinbrüche oder Einbrüche, die der Beschaffungskriminalität zuzurechnen sind”, erklärte Kriminaloberrat Wilhelm Sauer.

Kaum ein Täter beobachte über lange Zeit ein Haus, fügte Günter Arnold hinzu. Testweise werde allerdings schon einmal an der Tür geklingelt, um herauszufinden, ob jemand zu Hause ist. Öffnet niemand und brennt kein Licht, könnte dies der Beginn eines Einbruchversuchs sein.

In diesem Fall komme es auf die technische Sicherung an. „Je länger ein Versuch dauert, desto eher bricht der Täter ab und sucht das Weite”, weiß Günter Arnold aus Erfahrung. Schwachstellen sind meist veraltete Beschläge von Fensterrahmen, rückwärtige Kellertüren und Nebeneingänge, berichtete Tischlermeister Hans Georg Kramer.

Oft reiche ein Schraubendrehert, um sich gewaltsam Zugang zu verschaffen. Eine Nachrüstung älterer Beschläge koste etwa 250 bis 300 Euro pro Fenster, rechnet der Experte vor. Was moderne Sicherheitstechnik leistet, kann im Rathaus in Augenschein genommen werden.
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