Kreis Düren - IG Metall: „Zeitarbeiter sind Kollegen zweiter Klasse”

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IG Metall: „Zeitarbeiter sind Kollegen zweiter Klasse”

Von: kin
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Wollen am Mittwoch, 15. September, in Düren umfassend über Leiharbeit aufklären: Paul Zimmermann (links) und Volker Kohlisch von der IG Metall. Foto: kin

Kreis Düren. „Leiharbeit ist unsozial und ungerecht - und deswegen ein sehr zentrales Thema unserer Arbeit”. Klare Worte von IG-Metall-Mann Paul Zimmermann aus Düren.

Der erste Bevollmächtigte der Gewerkschaft will am Mittwoch, 15. September, mit Gewerkschaftssekretär Volker Kohlisch in Düren auf dem Marktplatz informieren. Kohlisch: „An diesem Tag wird die Leiharbeitstour der IG Metall in Düren Station machen. Wir wollen an diesem Tag natürlich informieren, aber wir wollen auch eine gesellschaftliche Debatte zum Thema Leiharbeit anstoßen.”

Wie viele Männer und Frauen im Kreis Düren bei Leiharbeitsfirmen beschäftigt sind, konnten Volker Kohlisch und Paul Zimmermann nicht sagen, bundesweit gibt es etwa 800.000 Leiharbeiter. „Und die”, sagt Volker Kohlisch, „haben sehr schlechte Perspektiven. Nur etwa zehn Prozent schaffen wirklich den Sprung in ganz normale Arbeitsverhältnisse.” Leiharbeiter, so die beiden Gewerkschafter weiter, verdienten nur etwa 60 Prozent dessen, was ordentliche Arbeitnehmer verdienen würden, oft müssten sie die unangenehmeren Jobs in den Betrieben tun. „Ich kenne Fälle”, sagt Kohlisch, „wo Leiharbeiter nicht in der Kantine essen dürfen. Sie sind häufig Arbeitnehmer zweiter oder gar dritter Klasse.”

Kohlisch und Zimmermann bemängeln, dass EU-Richtlinien zum Thema Zeitarbeit in Deutschland nicht umgesetzt seien. Paul Zimmermann: „Diese Richtlinien sehen eine Befristung von Zeitarbeit vor. Und dass die Leiharbeiter nach sechs Wochen Anspruch auf den Lohn in der Firma, in der sie eingesetzt sind, haben. Es sei denn, es liegen eigene Tarifverträge für Leiharbeiter vor.” Im Vorfeld der Leiharbeitstour am morgigen Mittwoch von 9 bis 16 Uhr auf dem Dürener Marktplatz wurden die Betriebsratsvorsitzenden zum Thema Leiharbeit geschult, außerdem wurden an die Zeitarbeiter Flugblätter verteilt.

Volker Kohlisch: „Wir bieten am Donnerstag, 23. September, zudem eine extra Sprechstunde für Leiharbeiter an, in der wir zum Beispiel auf die Lohnabrechnungen überprüfen. Wer eine Beratung braucht, muss sich unter 02421/28010 anmelden. Darüber hinaus gibt es auch eine bundesweite Hotline zum Thema Leiharbeit der IG Metall. Montags, dienstags, und donnerstags ist die 01802/222206 von 10 bis 16 Uhr, mittwochs von 10 bis 18 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr geschaltet.
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