Düren - IG Metall befragt Beschäftigte

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IG Metall befragt Beschäftigte

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Nicht nur bei der Truckaktion Anfang April befragten Gewerkschaftssekretär Volker Kohlisch und seine Kollegen die Passanten. Foto: Abels

Düren. Die IG Metall hat im Rahmen der Kampagne „Gemeinsam für ein Gutes Leben” die größte Beschäftigtenbefragung, die eine Gewerkschaft je durchgeführt hat, abgeschlossen.

Mehr als 450.000 Menschen haben sich von April bis Juni bundesweit beteiligt, im Kreis Düren rund 1800. „Die Menschen haben eine klare Vorstellung, was ihnen wichtig ist und was sich in Deutschland ändern muss,” betont der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Paul Zimmermann.

Das Ergebnis zeige eindeutig, dass die Politik selten so weit von den Erwartungen der Menschen entfernt gewesen sei. „So wenig Zutrauen die Menschen in die Politik haben, so sehr vertrauen sie darauf, dass die IG Metall ihren Ängsten und Sorgen, aber auch ihren Anforderungen an die Politik eine unüberhörbare Stimme verleiht.

Sie fordern von der Politik nachhaltige Entscheidungen für die Mehrheit der Menschen. Die Befragten wollen sichere Arbeitsplätze mit fairen Bedingungen, eine gerechte Gesellschaft, in der sich Arbeit und Leben besser miteinander vereinbaren lassen. Ebenso wichtig ist ihnen eine die Zukunft ihrer Kinder und dass sie im Alter sorgenfrei leben können.”

„Macht Politik für die Mehrheit der Menschen! Wir werden die Parteien fragen, was ändert ihr nach der Bundestagswahl am 27. September?”, kündigt Zimmermann an.

Viel zu lang schon orientiere sich die Politik an den Interessen der Banken und der Wirtschaft. Die aktuelle Krise zeige deutlich, dass zugunsten der Gier einiger Weniger immer noch die Kerninteressen der Menschen geopfert würden.

Dem stelle die IG Metall mit der Kampagne „Gemeinsam für ein gutes Leben” ein neues Politikmodell entgegen. „Die zentralen Interessen der Menschen müssen wieder Grundlage für Entscheidungen werden”, fordert Zimmermann.

Bei der Befragung standen die Themen Arbeit und Einkommen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Bildung, Mitbestimmung, Mindestlohn und Leiharbeit im Vordergrund.

„Die vielen Gespräche in den Betrieben, an Infoständen in der Kölnstraße und der Truckaktion am 8. April auf dem Rathausvorplatz haben gezeigt: Wir haben die richtigen Fragen gestellt, wir sind nah dran an den Menschen und legitimiert, für sie zu sprechen”, formulierte der Bevollmächtigte der Gewerkschaft.

Die Ergebnisse der Befragung in Düren belegen, wie wichtig den Menschen Gerechtigkeit ist. Die materielle Sicherheit bei Arbeitslosigkeit und Krankheit (84 Prozent) und die Einführung von Mindestlöhnen (74 Prozent) stehen dabei im Vordergrund. Für 68 Prozent der Befragten gehört dazu eine wirksame Regulierung der Finanzmärkte.

Zugleich ist für die Menschen sichere und faire Arbeit von hoher Wichtigkeit. 89 Prozent der Befragten fordern einen sicheren Arbeitsplatz und ein Einkommen, von dem man gut leben kann (86 ). Bei Leiharbeit fordern 75 Prozent gleiches Geld für gleiche Arbeit.

Zugleich hat Sicherheit im Alter einen hohen Stellenwert. 84 Prozent der Befragten erteilen der Rente mit 67 eine klare Absage. 76 Prozent fordern eine gerechte Rentenversicherung, in die auch Selbstständige und Beamte einzahlen sollen.

Außerdem ist den Menschen wichtig, Arbeit und Leben besser miteinander vereinbaren zu können. Abgesichert sein, eine Zukunft planen können, das wollen 84 Prozent der Befragten. 77 Prozent fordern ausreichend Zeit für Familie und Freizeit, 74 Prozent vermissen eine Verbesserung der Kinderbetreuung.

Und sie wollen eine gute Zukunft für ihre Kinder: Dazu gehört für 81 Prozent die Pflicht der Unternehmen, ausreichend qualifizierte Ausbildungsplätze zu schaffen.

72 Prozent fordern eine bessere Ausstattung von Kindergärten, Schulen und Hochschulen, und 70 Prozent wollen eine gerechtere Verteilung von Bildungschancen. Auch Umweltschutz ist ein Thema. 63 Prozent der Befragten fordern deutliche Verbesserungen.

Am 5. September wird die IG Metall in Frankfurt die Politiker in einer Großkundgebung mit den Ergebnissen und Anforderungen aus der Befragung konfrontieren.
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