Kreuzau - „Highland Shadows“: Schottenrock statt Shorts, Steine statt Bälle

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„Highland Shadows“: Schottenrock statt Shorts, Steine statt Bälle

Von: Sarah Maria Berners
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Die „Highland Shadows“ auf dem Kreuzauer Bolzplatz: Fikret Eren beim „Timberwalk“ mit zwei 35-Kilo-Gewichten in den Händen, Björn Heck beim Gewichtheben, Kim Bongard, Anja Weisheim, Sandra Heck, Joanna Mroz und Andrea Breuer beim Baumstamm-Slalom und nochmal Sandra Heck, die mit einem Traktorreifen zu kämpfen hat. Foto: Berners
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Die „Highland Shadows“ auf dem Kreuzauer Bolzplatz: Fikret Eren beim „Timberwalk“ mit zwei 35-Kilo-Gewichten in den Händen, Björn Heck beim Gewichtheben, Kim Bongard, Anja Weisheim, Sandra Heck, Joanna Mroz und Andrea Breuer beim Baumstamm-Slalom und nochmal Sandra Heck, die mit einem Traktorreifen zu kämpfen hat. Foto: Berners

Kreuzau. „Das hier ist elendig quälend“, sagt Fikret Eren lachend, während er sich in seinem Schottenrock auf das Gras fallen lässt, um die müden Muskeln auszuruhen. „Und trotzdem macht es unglaublich viel Spaß.“

Um Fikret Eren herum sitzen ebenso erschöpft und ebenso glücklich die anderen „Highland Shadows“ und schauen zu, wie Björn Heck mit seitlich ausgestreckten Armen zwei Gewichte in die Höhe hält und hält und hält. Dafür gibt es Szenenapplaus – und am nächsten Tag ganz sicher Muskelkater.

Auf dem Kreuzauer Bolzplatz sucht man an diesem Tag klassische Sportgeräte vergebens. Stattdessen liegen dort Baumstämme, Betongewichte, Traktorreifen mit Seilen, Steine und ein Sack voll Stroh neben einer Heugabel. Statt Trikots bestimmen Röcke mit einem blauen Karomuster, das den schönen Namen „Honour of Scottland“ trägt, das Bild. Sie sind das Markenzeichen des Kreuzauer Vereins, der sich einer alten keltischen Tradition verschrieben hat: den „Highland Games“. Es ist ein nicht ganz alltäglicher Anblick in unseren Gefilden, in Schottland gibt es in den Sommermonaten in unzähligen Dörfern Wettbewerbe in archaischen Disziplinen wie Hammerwurf und Steinstoßen.

Aus Spaß und Jeckerei haben der heutige Vereinsvorsitzende Björn Heck und einige Kameraden ohne große Vorbereitung mal an solchen Wettbewerb teilgenommen, sie haben Platz 3 geholt und die Vereinsgründung ließ nicht lange auf sich warten. „Bei den Disziplinen sind unterschiedliche Fähigkeiten gefragt“, erklärt Björn Heck. Mal ist Muskelkraft der entscheidende Faktor, mal führt die richtige Technik bei geringerem Kraftaufwand zum Erfolg. Oft ist es eine Mischung aus beidem.

So müssen die „Highland Shadows“ einen etwa fünf Meter langen Baumstamm hochkatapultieren und ihn dabei um 180 Grad drehen. „Und dann muss er auch noch auf 12 Uhr auskommen“, erklärt Björn Heck. Nur dann gibt es volle Punktzahl. Lars Heck und Fikret Eren haben den Dreh ziemlich gut raus. Kondition ist beim „Timberwalk“ gefragt. Mit 35-Kilo-Gewichten in jeder Hand, gilt es zwei Runden um ein abgestecktes Areal zu laufen. Die Köpfe werden rot, die Arme lahm – und die Erleichterung im Zieleinlauf, wenn die Gewichte dumpf auf die Erde plumpsen, ist groß.

Anders als zu keltischen Zeiten machen bei den „Highland Shadows“ auch Frauen mit. Sie müssen sich allerdings nicht mit den Männern messen und haben andere Gewichte zu bewältigen. In der Gruppe wird viel gelacht, und wenn die Kräfte trotz aller Anstrengungen nicht ausreichen, wird der Parcours eben ein wenig abgewandelt. „Das ist ein ganz anderer Sport als Zumba oder Aerobic. Alle Arten sind anstrengend, aber jede auf ihre Weise“, sagt Andrea Breuer. Und Kim Bongard erinnert sich noch gut an den Tag nach dem ersten Training: „Da gab es keinen Muskel in meinem Körper, der mir nicht wehgetan hat.“ Wiedergekommen ist sie trotzdem.

„Hier geht es auch um den Spaß und die Geselligkeit“, betont Björn Heck. Bei allem sportlichen Ehrgeiz dürfe sich niemand zu viel zumuten. Gleichwohl haben die Herren ein Ziel vor Augen. Nach dem Tauzieh-Wettbewerb der Kirmesgesellschaft Kreuzau (13. August), wollen die „Highland Shadows“ am 30. August bei den „Games“ der Matzerather Schotten im Kreis Heinsberg ihr Glück versuchen.

Derzeit arbeitet der Verein auch an Übungen für Kinder, damit auch diese ihren Spaß auf dem Platz haben. Denn das Training, das alle vier Wochen am Samstagnachmittag stattfindet, ist auch ein Treffen der Generationen. Morgen um 15 Uhr ist es wieder so weit.

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