Düren - Großer Bahnhof für die neue Trasse der Hambachbahn

Großer Bahnhof für die neue Trasse der Hambachbahn

Von: inla
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Schranke hoch, die Hambachbahn kann starten. Mit mehr als 100 Gästen wurde der Kohlezug offiziell auf die Reise geschickt. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Die Sonne strahlt vom stahlblauen Himmel, das Festzelt ist gewienert, die Sicherheitsleute stehen dezent am Rand, als mehr als 100 Gäste aus Politik und Gesellschaft am Montag zur offiziellen Trassenfreigabe der Hambachbahn kommen.

Das hört sich zunächst wenig spektakulär an: Doch allein die Bausumme von 130 Millionen Euro zeigt, welche Dimension das Projekt mit seiner zehnjährigen Planungs- und sechsjährigen Bauzeit hat.

Die neue, 15 Kilometer lange Trasse, wurde wegen des heranrückenden Tagebaus und der daraus resultierenden Autobahnverlegung (A 4) notwendig. Die Hambachbahn transportiert Kohle aus Hambach bis in die Kraftwerke Niederaußem, Frimmersdorf und Neurath. Matthias Hartung, Vorstandsvorsitzender des Bergbautreibenden RWE Power, sagte, beim Bau der neuen Schienenstrecke seien „die Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt möglichst gering gehalten worden“. Hartung bezeichnete die Kohlekraftwerke als „Partner der erneuerbaren Energien“. Ein Teil der Böschung für die Hambachbahn ist mit einer Photovoltaikanlage versehen. Dies sei ein „sichtbarer Beweis für das gute Zusammenspiel“.

Zug in die Zukunft

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek betonte, die Hambachbahn sei „kein Nostalgiezug, sondern ein Zukunftszug“. Es sei weiter notwendig, auf Braun- und Steinkohle zurückzugreifen, da Wind- und Sonnenenergie nicht ständig zur Verfügung stünden. Nach wie vor fehle es an Möglichkeiten, große Mengen Strom zu speichern. „Deshalb haben die, die das Pumpspeicherkraftwerk am Rursee verhindert haben, die Energiewende nicht verstanden.“

Regierungspräsidentin Gisela Walsken sagte, die Landesregierung stehe zur Braunkohle. Bei der neuen Trasse für die Hambachbahn seien „die Belange des Natur- und Umweltschutzes berücksichtigt worden“. Während der Arbeiten haben Aktivisten die Bahn etwa im August 2011 blockiert. Sie wollten damit auf die aus ihrer Sicht klimaschädlichen Auswirkungen der Braunkohleverstromung aufmerksam machen.

Der Leiter des Hambacher Tagebaus, Hans-Joachim Bertrams, lobte, dass „die Versorgung unserer Kraftwerke während der Arbeiten nicht unterbrochen wurde“. Der Umbau erfolgte Gleis für Gleis. Dieter Faust, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von RWE Power, wertete die neue Strecke als Signal, dass „unser Unternehmen auf heimische Braunkohle setzt“.

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