Gewerkschaft warnt vor Altersarmut durch Leiharbeit

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Kreis Düren. Mehr als 2610 Menschen waren Ende des vergangenen Jahres im Kreis Düren als Leiharbeiter beschäftigt - 37 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin. Jetzt warnt die Gewerkschaft vor Altersarmut.

„Ihre guten Bilanzen haben die Unternehmen zu einem Großteil auf dem Rücken der Leiharbeiter erwirtschaftet. Der Preis dafür ist hoch: Leiharbeiter im Kreis Düren haben mit schlechteren Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Und sie werden wesentlich schlechter bezahlt. Schon heute ist klar, dass sie später mit einer wesentlich geringeren Rente auskommen müssen”, sagt Peter Mogga.

Der Geschäftsführer der NGG Aachen befürchtet eine „Ausweitung der Altersarmut”. „Von der Fleischindustrie bis hin zu Großküchen: Leiharbeiter sind schon lange nicht mehr die ?schnelle Eingreiftruppe, die nur zum Abpuffern von Produktionsspitzen eingesetzt wird”, ärgert sich Mogga. Stattdessen setzten immer mehr Unternehmen auf Leiharbeiter und Werkverträge, um eine bessere Bezahlung und faire Arbeitsbedingungen zu unterlaufen.

Gleicher Lohn bei gleicher Arbeit

Die Forderung der NGG lautet: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. „Wenn zwei Menschen die gleiche Arbeit gleich gut machen, dann haben sie dafür auch den gleichen Lohn verdient. Egal, ob regulär Beschäftigter oder Leiharbeiter. Egal, ob Mann oder Frau”, sagt Mogga. Alles andere sei ungerecht. In Sachen Zeitarbeit müsse dringend die „sozialpolitische Notbremse” gezogen werden, betont der NGG-Geschäftsführer.

Am wirkungsvollsten sei da das geplante Tariftreuegesetz der NRW-Landesregierung. „Hier steht die Lohn-Gleichbehandlung von Leiharbeitern schon schwarz auf weiß drin. Schon deshalb brauchen wir dieses Gesetz eher heute als morgen”, sagt Mogga. Der Arbeit auf Zeit zu Billigst-Löhnen müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Auch ein gesetzlicher Mindestlohn helfe dabei, zu verhindern, dass „Arbeit zur Dumpingware” werde.

„Wir brauchen einen Mindestlohn, von dem man leben kann. 8,50 Euro pro Stunde ist das Minimum. Bei den niedrigen Stundenlöhnen, die heute gezahlt werden, ist klar, dass immer mehr Beschäftigte im Kreis Düren in die Armutsfalle tappen. Niedriglöhner müssen schon heute ihr Einkommen aufstocken. Für sie ist Hartz IV im Rentenalter programmiert”, betont Mogga.
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