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Gesetz bleibt Gesetz: Aber der Anwalt der Arbeitslosen hilft

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Als Hartz IV-Ombudsmann hat Dr. Harro Höger offene Ohren für Menschen, die Probleme mit ihren Job-Com-Bescheiden haben.

Kreis Düren. Eine segensreiche Erfindung, so ein Airbag. Man sieht ihn nicht, aber wenn es kracht, schnellt er aus dem Lenkrad und verhindert das Schlimmste. Eine Art Airbag-Funktion hat auch Dr. Harro Höger. Der pensionierte Richter des Sozialgerichts Aachen arbeitet seit anderhalb Jahren als ehrenamtlicher Ombudsmann in den Räumen der Job-Com des Kreises Düren.

„Ich bin der kleine Dienstweg”

Dort wirkt der 66-Jährige aus Heimbach als Puffer zwischen Arbeitslosengeld-II-Empfängern und der Behörde. Doch anders als der Airbag greift er meist ein, bevor es kracht. „Ich bin der kleine Dienstweg”, beschreibt der erfahrene Jurist seine Mittlerfunktion zwischen Anspruchsberechtigten und der Job-Com, „wobei ich immer versuche, das Bestmögliche für die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen.”

Wer immer ein Problem mit „Hartz IV” hat, kann sich vertrauensvoll an Dr. Harro Höger wenden. Als Ombudsmann ist er völlig unabhängig von der Job-Com, denn dort ist ihm gegenüber niemand weisungsbefugt. Dieser neutrale Blick ist den Menschen, die sich nicht korrekt behandelt fühlen, viel wert. Statt zum Anwalt zu gehen, vereinbaren sie einen Termin mit dem Ombudsmann.

Drüber reden: Das hilft meist

50- bis 60-mal war sein Rat bisher gefragt. „Das ist nicht sehr viel, aber das Gespräch hilft den Betroffenen meist”, sagt Höger. Nicht selten verstünden die Ratsuchenden ihre Bescheide gar nicht, berichtet er, doch das sei keine Kritik an den Job-Com-Mitarbeitern.

„Unsere Gesetzgebung ist sehr komplex. Gerade auf dem Hartz- IV-Gebiet hat es viele Änderungen und Präzisierungen gegeben. Da die Bescheide bestimmten Vorgaben entsprechen müssen, sind sie ebenfalls komplex. Das überfordert die Menschen leicht”, erzählt der Jurist und erinnert sich an einen konkreten Fall. „Der Betreffende hatte in vier Monaten sieben Bescheide bekommen, weil sich in dieser Zeit so viel an seiner Lebenssituation geändert hat. Kein Wunder, dass man da als Laie leicht verzweifelt.”

Irren ist menschlich

Manchmal gilt es, bloße Verständnisfragen zu klären, manchmal werden kleine Handreichungen erbeten, hin und wieder will jemand auch nur Luft ablassen. Gibt es Unklarheiten in Bescheiden, hakt Höger bei der Job-Com nach. Manchmal entdeckt er auch Fehler, die dann korrigiert werden müssen. „Irren ist menschlich, wo gearbeitet wird, kommt das halt vor”, sagt er. „Ich will dann schnelle Lösungen. Die Leistungsempfänger sollen wissen, woran sie sind.” Obwohl er sich grundsätzlich als Anwalt der Langzeitarbeitslosen sieht, am Ende bleibt Gesetz Gesetz. „Es sind auch schon einige unzufrieden hier rausgegangen - da kann man einfach nichts machen.”

Dr. Harro Höger möchte den Menschen helfen. Sein Service ist natürlich kostenlos, doch oft sind seine Ratschläge bares Geld wert: Wenden Sie sich an die Ärztekammer. Sprechen Sie die Berufsgenossenschaft an. Ihnen steht Meister-Bafög zu. Hin und wieder greift er dann auch selbst zum Hörer.

Freude über den erfahrenen Ombudsmann

Karl-Josef Cranen, Leiter der Job-Com, freut sich, dass der Kreis Düren einen so erfahrenen Ombudsmann gewonnen hat, obgleich es natürlich bedauerlich ist, wenn Harro Höger den ein oder anderen Fehler aufdeckt. „Mit unserem internen Beschwerdemanagement und Herrn Dr. Höger arbeiten wir sehr kundenorientiert. Landesweit hat kaum eine Kommune weniger Gerichtsverfahren als wir. Und kommt es doch zum Rechtsstreit, dann obsiegen wir meist.”

Beim Blick in den Koalitionsvertrag der NRW-Landesregierung mussten beide schmunzeln, als sie von den Ombudsleuten-Plänen der neuen Regierung lasen. Das Land will flächendeckend einführen, was sich im Kreis längst bewährt hat.

Telefonische Terminvereinbarung

Termine mit Ombudsmann Dr. Harro Höger können bei der Job-Com unter 02421/22-1567 vereinbart werden.

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