Kreis Düren - Fehlalarm: „Ein Ärgernis, das die Arbeit behindert”

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Fehlalarm: „Ein Ärgernis, das die Arbeit behindert”

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Täglich müssen die Disponenten in der Rettungsleitstelle des Kreises Düren in Stockheim zwischen 500 und 600 ein- und ausgehende Telefonanrufe bewältigen. 30 bis 40 absichtliche Fehlalarmierungen sind dabei nicht nur störend, sie können die Arbeit im Notfall extrem behindern.

Kreis Düren. Seit der Gesetzgeber im Juli vergangenen Jahres reagiert hat und Notrufe nur noch von Mobiltelefonen abgesetzt werden können, die über eine SIM-Karte verfügen, ist die Zahl der Störanrufe in der Leitstelle des Kreises Düren spürbar zurückgegangen. Trotzdem wird die Arbeit der Disponenten in der Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstelle in Stockheim immer noch erheblich behindert.

„30 bis 40 Falschmeldungen am Tag sind keine Seltenheit”, berichtet Walter Weber. Vor der Gesetzesänderung waren es bis zu 300. Doch auch wenn sich die Zahl deutlich verringert hat, betont der Leiter der Feuerwehr- und Rettungsdienstleitstelle in Stockheim: „Jeder Störanruf ist ein Ärgernis, der unsere Arbeit erheblich behindert” - vor allem wenn parallel echte Notfälle eingehen und die Arbeit der Rettungskräfte in Sekunden koordiniert werden muss.

Die meisten Fehlalarmierungen stammen aus den wenigen noch im Kreisgebiet verbliebenen Telefonhäuschen oder erfolgen von öffentlichen Fernsprechern in Schulen aus, in denen der Notruf kostenlos ist. Das können Weber und seine Kollegen feststellen. Denn bei jedem Notruf über 112 oder 110 - auch vom Handy oder Festnetzanschluss - wird die Rufnummer übermittelt, selbst wenn der Anrufer diese Funktion am Gerät selbst ausgeschaltet hat.

Doch zu wissen, dass der Anruf aus einem einschlägig bekannten Telefonhäuschen erfolgt, hilft wenig: „Die Disponenten müssen jeden Anruf ja erst einmal ernst nehmen. Nicht reagieren geht nicht”, betont Weber. Nur wenn einer aus einer Telefonzelle in Kreuzau einen Brand in Nideggen meldet, werden die Disponeten vorsichtig. Doch erkennbaren Unsinn erzählen die wenigsten Störenfriede, viele sind sogar äußerst cool. Weber und seine Kollegen gehen davon aus, dass der Anruf bei der Feuerwehr bei Jugendlichen oft aus Langeweile erfolgt oder in Cliquen als „Mutprobe” gilt. Über diese Art Dummer-Jungen-Streich freilich können die Leitstellen-Mitarbeiter kaum lachen. Wer erwischt wird, muss mit einer Anzeige rechnen.

Dass ein Notruf per Handy nur noch mit einer gültigen SIM-Karte und damit einem identifizierbaren Teilnehmer erfolgen kann, hat die Zahl der Störanrufe zwar minimiert. Die Gesetzesänderung hat aber auch eine negative Folge. Das ausrangierte Handy im Handschuhfach des Autos für den Notfall mitzunehmen, nützt nichts mehr. Ohne Karte kann mit ihnen kein Notruf mehr getätigt werden.

Apropos Handy: Walter Weber weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Notruf vom Mobiltelefon aus nicht zwingend in der Leiststelle des zuständigen Kreises aufläuft. Vor allem in den Randgebieten des Kreises ist es gut möglich, dass je nach Funkzelle auch benachbarte Leitstellen den Anruf entgegennehmen. Um so wichtiger sei es, im Notfall die Ruhe zu bewahren und auf die wichtigsten W-Fragen eine Antwort geben zu können. „Vor allem ist wichtig, so lange in der Leitung zu bleiben, bis der Disponent der Leitstelle das Gespräch von sich aus beendet”, erklärt Weber. „Dann können Anrufer auch sicher sein, dass er alle benötigten Informationen hat.”

Und noch eine wichtige Information hat der Chef der Leitstelle für Besitzer von Mobiltelefonen: Auch wenn das Netz des eigenen Betreibers einmal nicht funktioniert. Ein Notruf ist trotzdem möglich, wird dann automatisch über das Netz eines anderen Betreibers geleitet.

Im Notfall die Ruhe bewahren und wichtige W-Fragen beantworten

Wer im Notfall europaweit unter 112 den Rettungsdienst erreichen will oder über 110 die Polizei verständigen möchte, sollte nach Möglichkeit auf folgende Fragen eine Antwort geben können: Wer ruft an? Name, Adresse und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen sind wichtig.

Wo befindet sich der Notfallort? Auskunft über Ort, Straße, Hausnummer und eventuell Stockwerk erleichtern den Einsatz.

Was ist passiert? Der Disponent benötigt eine Kurzbeschreibung der Notfallsituation (zum Beispiel Feuer, Verkehrsunfall, Verletzte). Bestehen noch Gefahren?

Wie viele kranke oder verletzte Personen gibt es? Auch Informationen über die Art der Verletzung oder Krankheitssymptome helfen weiter.

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