Familienforschung wird ein immer beliebteres Hobby

Von: Sandra Kinkel
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Finden Geschichte und vor allem Familiengeschichten sehr spannend: Stefan Hansen, Kurt Titz, Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels und Reiner Sauer (von links). Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe/Düren. „Familienforschung ist einfach mein Hobby. Es interessiert mich, wo meine Familie und die Familie meiner Frau herkommen.“ Kurt Titz wohnt im Langerweher Ortsteil Hamich und hat zuletzt viel Zeit im Standesamt der Gemeinde Langerwehe verbracht.

„Ich war wieder in Sachen Ahnenforschung unterwegs und habe nach Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden von Menschen gesucht, mit denen wir eventuell noch verwandt sind.“

Das Blättern in den alten Akten ist mühsam – auch für den Standesbeamten, der die Bücher immer aus dem Gemeindearchiv holen muss. Und so ist Kurt Titz irgendwann die Idee bekommen, 14.000 Akten der Jahre 1800 bis 1933 zu fotografieren. Und damit auch zu digitalisieren. Das Ergebnis seiner Arbeit hat Titz jetzt Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels und Stefan Hansen vom Standesamt auf einem USB-Stick zur Verfügung gestellt. „Herr Titz hat sich um unsere Gemeinde verdient gemacht“, so Bürgermeister Heinrich Göbbels. „Und fast ein Jahr Arbeit investiert.“

In einem zweiten Schritt können jetzt die Urkunden jetzt indexiert werden, also so in digitale Karteien eingetragen werden, dass sie sich leicht finden lassen. Danach ist eine „Verkartung“ der Daten, also ein Erfassen aller auf den Urkunden enthaltenen Informationen möglich. Reiner Sauer von der Westdeutschen Gesellschaft für Ahnenforschung: „Bis dahin ist es aber noch ein sehr weiter Weg. In Eschweiler gibt es so eine Verkartung der Urkunden. Hier hat der örtliche Geschichtsverein das ehrenamtlich gemacht.“

Reiner Sauer sagt, dass Ahnenforschung mittlerweile eines der beliebtesten Hobbys in Deutschland sei – allerdings erst für Menschen ab 50 Jahren. „Je älter man wird“, so Sauer, „desto mehr interessiert man sich für seine Familiengeschichte.“

Eine Erfahrung, die Rosemarie Plücken so nicht gemacht hat. Plücken beschäftigt sich schon seit ihrer Kindheit mit Ahnenforschung und betreut auch eine Ahnenforschergruppe im Stadtmuseum. „Zu uns kommen immer häufiger auch junge Leute“, sagt sie. Allerdings, so Plücken weiter, seien viele Leute heute nicht mehr bereit, wirklich Archive aufzusuchen. „Natürlich ist es heute möglich, über das Internet viel herauszubekommen. Aber zum einen sollte man diese Daten auf jeden Fall überprüfen und zum anderen geht es ja bei der Ahnenforschung nicht nur um Namen und Daten.“ Sondern darum, auch über das Leben der Vorfahren etwas herauszufinden.

„Das macht es spannend“, sagt Rosemarie Plücken. Sie selbst hat beispielsweise herausgefunden, dass eine ihrer Vorfahren eine sogenannte „Luisenbraut“ war. Plücken: „Das waren unbescholtene, aber arme Frauen, die im 19. Jahrhundert aus einer Stiftung von Königin Luise unterstützt worden sind.“

Ahnenforschung, so Rosemarie Plücken weiter, würde eigentlich immer innerhalb der Familie anfangen. „Durch Erzählungen, Stammbücher und Totenscheine. Danach geht man zu den Standesämtern und danach zu den Archiven.“ Das Stadt- und Kreisarchiv in Düren sei ein echtes Forscherparadies“, so Plücken. „Hier finden sich Kirchenbuchkopien, Verkartungen, Steuer- und Bevölkerungslisten. Damit kann man wirklich gut einfache Daten zum Leben erwecken.“

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