Erst knallt die Tür, dann schallt eine Ohrfeige

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Häusliche Gewalt ist die häufigste Form von Gewalt gegen Frauen und Kinder. Allein im vergangenen Jahr wurden im Kreis 519 Fälle angezeigt. Der Runde Tisch möchte Auswege aus der Gewaltspirale aufzeigen.

Kreis Düren. Erst knallen Türen, dann schallen Ohrfeigen - das passiert in Deutschland allzu oft. Doch da sich das alles in Wohnungen zuträgt, ist es „Privatsache”, geht draußen also niemanden etwas an. „Nein!”, sagt der „Runde Tisch gegen Gewalt an Frauen des Kreises Düren” und lässt Taten folgen, informiert und klärt Multiplikatoren auf und macht den Opfern häuslicher Gewalt Mut. Mut, Hilfe zu holen, um die Gewaltspirale zu beenden.

So begrüßte Elke Ricken-Melchert, Leiterin des Runden Tisches, rund 100 Vertreter aus Kitas, Beratungsstellen und Jugendämtern zur Fachtagung „Häusliche Gewalt” im Kreishaus.

„Häusliche Gewalt ist die häufigste Form von Gewalt gegen Frauen und Kinder und wird dennoch weitgehend verharmlost und tabuisiert. Allein im letzten Jahr wurden im Kreis 519 Fälle angezeigt, woraufhin die Polizei über 250 Wohnungsverweise gegen die Täter ausgesprochen hat”, sagte sie. Und das seien nur die registrierten Zahlen.

In drei Vorträgen beleuchteten Ute Rösemann, Theo Happe und Birgit Klüber die verschiedenen Facetten der Gewalt, sprachen über Ursachen und Hintergründe und zeigten die massiven Folgen für Mütter und Kinder auf. Auch rechtliche Informationen zum Gewaltschutzgesetz und zur Novellierung des Polizeigesetzes gab es.

Ein besonderes Augenmerk lag auf den Folgen häuslicher Gewalt für Kinder, da diese nicht nur Zeugen, sondern immer auch Opfer der Gewalt seien. Gewalterfahrung in der Kindheit sei der größte Risikofaktor für Frauen, auch als Erwachsene Opfer zu werden, hieß es. Das Risiko sei doppelt so hoch, wenn Frauen in ihrer Kindheit und Jugend körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Eltern erlebt hätten. Dreimal so hoch sei es gar, wenn sie selbst körperliche Gewalt erlitten hätten.

Eine Arbeitsgruppe hat sich intensiv dem Kinderschutz gewidmet. Ein künftiges Handlungskonzept stellte Marita Schmitz vom Kreisjugendamtes, der Fachtagung vor. Zudem wurden eine Infokarte für Kinder sowie das Plakat „Zoff zu Hause” präsentiert. Maria Brenner vom Verein „Frauen helfen Frauen Jülich” und Elke Ricken-Melchert hatten die Materialien in altersgerechter Sprache entwickelt, die den Kindern und Jugendlichen Mut machen sollen, Hilfe zu holen.

Die Plakate werden an zentralen Stellen im Kreis aufgehängt und ausgelegt. Elke Ricken-Melchert ist unter 02421/22-2260 oder per E-Mail an e.ricken-melchert@kreis-dueren.de zu erreichen.
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