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Ein Heimbacher fährt Sylvester Stallones Auto

Von: Gudrun Klinkhammer
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Einst gehörte er Sylvester Stallone: Jacques Falentÿn mit dem Clénet, von dem nur 182 Exemplare gebaut wurden. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Auch das Kühleremblem weiß zu beeindrucken. Foto: Gudrun Klinkhammer

Heimbach. Stundenlang kann der Clénet von Jacques Falentÿn das Auge erfreuen. Der in allen Teilen handgefertigte Wagen besitzt ein wunderschönes Retro-Design und fein ausgearbeitete Details wie etwa handgravierte Scheiben.

182 Exemplare der „Serie II“, dabei handelt es sich um ein viersitziges Cabriolet, wurden im Werk „Clénet Coachworks“ in Santa Barbara in Kalifornien gebaut. Insgesamt wurden in dieser Manufaktur in den 1970er und 1980er Jahren rund 500 Fahrzeuge gefertigt.

Der Clénet in Heimbach trägt die Seriennummer zwölf. Jeweils vier von diesen seltenen Fahrzeugen gibt es noch in Deutschland und in den Niederlanden. Europaweit sind es noch 66 Stück, die meisten davon werden in der Schweiz gehortet. An schönen Frühlings- und Sommertagen steht Jacques Falentÿn auf der Straße und poliert seinen rollenden Schatz. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Daniella betreibt der gelernte Dekorateur und Messebauer seit zwei Jahren in Heimbach das Hotel-Restaurant „Zur Talsperre“.

Zufällig landete der 62-Jährige in der kleinsten Stadt Nordrhein-Westfalens, als er vor einigen Jahren auf der Suche nach einer neuen Existenz war. Jacques Falentÿn: „Ich war als Messebauer früher weltweit unterwegs und habe viel Zeit meines Lebens in Hotels verbracht.“

Als Ausgleich zum Beruf fährt Jacques Falentÿn gerne schöne Autos. Mit Genuss und einem Lächeln im Gesicht steuert er den Clénet durch Heimbach, ist glücklich und blüht auf, wenn sich auch andere Menschen an diesem Anblick erfreuen.

„Immer schon habe ich nach einem derartigen Wagen geschaut, an dem alles von Hand gearbeitet ist. Vor vielen Jahren sah ich in Nizza einen Clénet und seither war der Wunsch danach geweckt.“ Für den Wahl-Heimbacher handelt es sich bei einem derartigen Wagen um ein Sammelobjekt und um eine Wertanlage.

Vor zwei Jahren wurde genau dieser Clénet auf einer Versteigerung zum Kauf angeboten. Er gehörte damals noch einem sehr reichen Niederländer, der mindestens 50 verschiedene, hochklassige Fahrzeuge sein Eigen nannte. Der reiche Niederländer hatte einen invaliden Sohn, der sich jeden Sonntag ausschließlich mit dem Clénet eine Ausfahrt wünschte und auch unternehmen durfte.

Als der Sohn starb, konnte sein Vater die vielen Emotionen, die er mit dem Fahrzeug verband, nicht mehr ertragen. Er bot ihn zum Kauf an. Falentÿn: „Wäre das mit seinem Sohn nicht geschehen, hätte er den Clénet, der zuvor dem Schauspieler Sylvester Stallone gehörte, niemals verkauft.“ Bei dem seltenen Gefährt handelt es sich um das Gegenstück zum Rolls Royce oder zum alten Mercedes. Er fährt sehr ruhig und gemütlich, gleitet dahin.

Man kann sich vorzüglich auf den großzügig bemessenen Sitzen ausruhen, zudem ist das handgearbeitete Auto an jeder Stelle eine unglaubliche Augenweide. Die Scheiben sind von Hand graviert und der Innenbereich besteht aus italienischem Walnussholz und Leder. Wo Jacques Falentÿn seinen Wagen auch abstellt, zieht er die Blicke der Passanten magisch an. Für die Zukunft gibt es Pläne, in Heimbach einen Clénet-Club einzurichten. Vielleicht führt ja 2015 eine Clénet-Rallye mitten durch die Stadt.

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