Dürener Herb Schiffer mit Kunstpreis des Kreises geehrt

Von: bwp
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Professor Frank Günter Zehnde
Professor Frank Günter Zehnder (v.l.), Udo Zimmermann (Sparkasse Düren), Landrat Wolfgang Spelthahn und Käthe Rolfink überreichten Herb Schiffer - rechts seine Frau Anne - den Kunstpreis des Kreises Düren.

Kreis Düren. Mit 18 Jahren hat er seine erste Ausstellung in einer Jülicher Buchhandlung. Und zieht sich prompt den Zorn seines Kunstlehrers zu, der ihn als „Grünschnabel” tadelt. Auch gegen den Widerstand des Vaters setzt sich Herb Schiffer durch: Er studiert Kunst.

An den Kölner Werkschulen widmet er sich der Freien Malerei und belegt Kurse in Glasmalerei. Dann locken 1958 die Kunsthochschulen in Paris. Bei Landschaftsstudien in der Normandie perfektioniert der junge Herb Schiffer seine Maltechnik. Doch immer wieder zieht ihn der Zirkus in seinen Bann. Tag und Nacht ist er zwischen Artisten und Gauklern mit seinem Skizzenblock unterwegs, fängt Stimmungen, Gesten und Atmosphäre ein.

In Deutschland zurück, etabliert Schiffer sich zunächst als freischaffender Maler in Jülich. „Um an Aufträge zur Gestaltung von Kirchenfenstern zu kommen, habe ich - mit meiner Mappe unterm Arm - bei den Architekten vorgesprochen, von denen ich wusste, dass sie Kirchen renovieren”, erinnert er sich. Das „Klinkenputzen” zeigt Erfolg.

Bereits 1961 bekommt der engagierte Künstler erste sakrale Aufträge. Mittlerweile schmücken seine Glasfenster 55 Kirchen in ganz Deutschland. Studienreisen führen ihn nach Italien. Sofort ist Herb Schiffer fasziniert von Licht, Farben, der Musik und Architektur. Zeitweise zieht er mit einer Commedia dellarte-Gruppe über Land. Erneut sammelt er Eindrücke, die sich später in seinen Bildern widerspiegeln.

Nun, mit 75 Jahren, wurde Herb Schiffer für sein Lebenswerk mit dem Kunstpreis des Kreises Düren ausgezeichnet. Durch sein Jahrzehnte langes „Brennen für die Kunst” sei der Preisträger ein Vorbild für die Jugend, hob Landrat Wolfgang Spelthahn in seiner Begrüßungsrede hervor.

Gleichzeitig mahnte er, dass gerade in Zeiten leerer Kassen Kunst und Kultur nicht „weggespart” werden dürften. Ganz bewusst hatten die Organisatoren zur Preisverleihung in die Internationale Kunstakademie Heimbach geladen. Schließlich ist Herb Schiffer, der seit 1966 in Düren lebt und arbeitet, hier „Dozent der ersten Stunde”.

Wegen des großen Publikumsinteresses und des strahlenden Sommerwetters wurde der Festakt kurzfristig „auf die grüne Wiese”, in den Grünhof der Burg Hengebach verlegt. Hier standen im Schatten der Bäume zwei charakteristische Bilder - „Der Flötenspieler” und „Labyrinth III” - von Herb Schiffer, die die Gäste auf die anschließende Eröffnung seiner Ausstellung einstimmten.

Käthe Rolfink, Vorsitzende des Kulturausschusses, betonte, dass Herb Schiffer, der immer ein „außergewöhnliches Leben” geführt habe, aus der hiesigen Kulturszene nicht mehr wegzudenken sei: „Der Kunstpreis ist ein weiterer Mosaikstein in der beeindruckenden Karriere des Künstlers.”

In seiner Laudatio würdigte Akademiedirektor Professor Frank Günter Zehnder abschließend das Werk von Herb Schiffer, das „aus visionärer Kraft schöpft, ohne die Wirklichkeit aus dem Blick zu lassen”. Die Kunst von Herb Schiffer, fuhr er fort, verbinde auf stets neue Weise Sinnlichkeit und Erotik mit Melancholie und Tristesse. „Sie mahnt damit die Ernüchterung im scheinbar Heiteren an.”

In der Herb Schiffer-Ausstellung erwarten den Besucher Bilder, die zwischen Wirklichkeit und Fantasie schweben. Sinnlich, melancholisch, verwirrend und bezaubernd. Männer mit Narrenkappen, Frauen von magischer Schönheit - traumwandlerisch verzaubert wie in einem „Dornröschenschlaf”. Narrenschiffe, in denen ein Harlekin gläserne Perlen jongliert, schweben über dem Wasser. Fliegende Fische und Fantasievögel begegnen sich am Horizont. Fabelwesen und Figuren der Antike - komponiert aus den Farben des Südens - fesseln den Blick der Betrachter.
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