Kreis Düren - Dieser Grafiker schwört auf Dürener Papier

Dieser Grafiker schwört auf Dürener Papier

Von: Julian Loevenich
Letzte Aktualisierung:
7499466.jpg
Horst Walraff (Stadt- und Kreisarchiv), Dürens Bürgermeister Paul Larue, Künstler Eduard Prüssen, dahinter Wolfgang Schmitz (Universität Köln) und Uwe Willner (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Düren, v.l.) bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: Julian Lövenich

Kreis Düren. Seine erste Verbindung zu Düren war das Papier – nicht mehr und nicht weniger. Das war in Eduard Prüssens jungen Jahren, damals als er seine Grafiker-Ausbildung bei den Kölner Werkschulen antrat, als er seine Reinzeichnungen ausschließlich auf Papier der Firma Schöllershammer anfertigte.

Heute, mit 83 Jahren, hat der in Köln geborene und international renommierte Grafiker eine zweite Verbindung zu der Stadt zwischen Kaiserpfalz und Rhein: seine Ausstellung. „Mit kritischem Blick und beflügeltem Geist“ nennt sich die Ausstellung, die in der Kassenhalle der Dürener Sparkasse eröffnet wurde und nun bis zum 25. April dort zu sehen ist. „Das ist ein Highlight für die Sparkasse Düren“, freute sich Uwe Willner, Vorstandsvorsitzender des Geldinstituts.

Im Jahr 2010 vermachte Prüssen sein künstlerisches Gesamtwerk der Kölner Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, die nun erstmalig außerhalb der Domstadt ausstellt. Bürgermeister Paul Larue benannte Prüssens Handeln als bürgeschaftliches Engagement, Dr. Horst Wallraff vom Stadt- und Kreisarchiv lobte diese „Prototyp-Ausstellung, die leider nur einen winzigen Teil Prüssens Lebenswerk zeigt.“

Laudator Professor Wolfgang Schmitz der Universität Köln führte an einen kreativen Kopf heran, der Aufbruchswillen demonstriere, und der in jungen Jahren Literatur illustrieren wollte – Heinrich Böll sollte dabei nur einer von vielen großen Namen sein, dessen Schaffen Prüssen bebilderte. Prüssens Bilder reißen Abgründe auf. Konfrontieren den Betrachter mit sich selbst, mit Ausländerfeindlichkeit, dem Tod, der Geburt, der vermeintlichen Überlegenheit des Menschen. Oftmals sind die Proportionen verschoben und es wirk surreal. Starke Farben stehen blassen Radierungen gegenüber. In vielen seiner Werke hat sich Prüssen des Linolschnittes bedient. Und er betont: „Kein Computer beleidigt mein Auge. Ich arbeite immer noch mit Papier“, schon wie früher – mit Dürener Papier.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert