Kreis Düren - Die Grauammer droht regional auszusterben

Die Grauammer droht regional auszusterben

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Ist stark im Bestand gefährdet: Die Grauammer.

Kreis Düren. In der industrialisierten Landwirtschaft ist auf großer Fläche kaum noch Platz für Feldlerche, Grauammer & Co, klagt die Biologische Station im Kreis Düren. Lange Zeit sei es zur Marktregulierung vorgeschrieben gewesen, Ackerflächen im Betrieb stillzulegen, doch diese Regelung wurde im Jahr 2008 ausgesetzt und 2009 abgeschafft.

Die brach gefallenen Flächen waren jedoch als Brutplätze und als Nahrungsraum von großem ökologischem Wert in einer ansonsten ausgeräumten Landschaft, erklärt Dagmar Ohlhoff von der Bio-Station.

Aber auch freilaufende Hunde, die die bodenbrütenden Vögel aufschreckten, stellten ein Problem dar. Hinzu komme, dass auf den ausgemähten Feldrainen immer weniger Insekten vorkommen und somit das Sommerfutter für die Jungvögel fehlt. Seltene Vogelarten wie die Grauammer würden in NRW nunmehr an einen Punkt kommen, an dem ein Verlust der Art ohne aktives Gegensteuern langfristig wahrscheinlich ist. „Lediglich 250 Brutpaare werden im Moment in unserer Region noch gezählt, der weitaus größte Anteil entfällt auf die Jülich/Zülpicher Börde. Doch selbst ehemals sehr häufige Arten wie die Feldlerche haben deutliche Bestandseinbußen hinnehmen müssen.”

Mittels so genanntem Vertragsnaturschutz versucht die Biologische Station gemeinsam mit der Unteren Landschaftsbehörde Düren dem entgegen zu steuern. Über das Förderprogramm des Vertragsnaturschutzes war es im letzten und in diesem Jahr möglich, auf immerhin 100 Hektar Fläche in der Börde spezielle Maßnahmen für die bodenbrütenden Vogelarten anzubieten. Freiwillig verzichten Landwirte auf die Nutzung von Teilflächen und erhalten eine Entschädigung über EU- und Landesmittel. Diese Ackerbereiche werden dann beispielsweise mit speziellen Mischungen eingesät oder bleiben als Brache liegen, Getreide wird nicht geerntet.

Die ersten Ergebnisse sind außerordentlich viel versprechend, freuen sich die Naturschützer. Im Winter konnten regelmäßig Greifvögel auf den Flächen bei der Jagd beobachtet werden. Die Börde ist ein extrem wichtiges Überwinterungsquartier für Mäusebussard und Kornweihe.

Im Sommer schwirren Bienen, Hummeln und Schmetterlinge über die Flächen. Gezwitscher von Feldlerche und Schafstelze erfüllt die Luft. Feldhasen und Rebhühner huschen durch das Feld. Es bleibt zu hoffen, betonen die Mitarbeiter der Bio-Station, dass die Programme gerade noch rechtzeitig greifen, um auch der Grauammer ein langfristiges Überleben in NRW zu garantieren.
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