Der zweitwärmste November der vergangenen 70 Jahre

Von: kjl
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Kreis Düren. Frühlingshafte Luftströmungen im späten Herbst waren in diesem Jahr keine Seltenheit. In der statistischen Temperaturbilanz des letzten Herbstmonats wird das Ausmaß der extremen Erwärmung erst richtig deutlich.

In Düren wird die Temperatur seit 1941 beobachtet und wie die Auswertung ergab wurde mit einer Mitteltemperatur von 9,9 Grad der zweitwärmste November gemessen. Nur 1994 (10,2 Grad) war es wärmer. Die extremen Rekorde der letzten 20 Jahre werden also immer wieder übertroffen, ein Trend, den man in allen Jahreszeiten beobachten kann. Die Abweichung vom 30-jährigen Mittel lag im Kreis Düren zwischen 3,5 und 4,0 Grad.

In den Höhenlagen der Rureifel war das Temperaturmittel im November höhenbedingt natürlich niedriger (7,4 Grad in Vossenack). Am wärmsten Tag des Monats (20.11.) zeigte der so genannte Martinisommer noch einmal seine volle Kraft. Bei Temperaturen bis 18,9 Grad in Düren und 19,1 Grad in Hambach wurden die Straßencafes wieder geöffnet. Es waren die höchsten Temperaturen in NRW. Selbst in Vossenack wurden noch 15 Grad gemessen.

Seit 1869 haben wir im letzten Monatsdrittel des Novembers nur am 27.11.2006 mit 19,0 Grad in Düren so hohe Temperaturen ablesen können. Im Rheinland wirkten sich besonders die warmen Nächte aus. Häufige Südwestwinde in Verbindung mit Atlantiktiefs waren die Ursache für den Transport der Warmluft in die Eifel.

Keinen Luftfrost im November in Düren - das ist keine Seltenheit, doch keinen Luftfrost im Raum Kalterherberg oder Vossenack, das ist selten und wurde zuletzt 2000 beobachtet. Als Folge standen auch Anfang Dezember die Kühe noch auf den Weiden und die Gänseblümchen blühten.

Nur am 3., 8. und 12. des Monats wurde leichter Bodenfrost bis ins Flachland gemeldet. Deutlich niedrigere Temperaturen im Oktober als im November auch das ist sehr selten.

Vor allem die föhnartigen Südwestlagen brachten im Schatten der Eifel tageweise viel Sonnenschein. Die Zahlen zeigen die Summenwerte: Drove 86 Stunden, Zülpich 85, Düren 81, Brandenberg 69, Nörvenich 67, Jülich 65, Langerwehe 60, Heimbach 55 und Vossenack im Wolkenstau der Rureifel nur 26 Stunden.

Für die Betreiber von Windrädern war der November allerdings ein gutes Geschäft. Bis in die Niederungen wurden die höchsten Windmittel seit 1982 beobachtet. Am 23.11. wurden auf den freien Höhenlagen mit 90 bis 95 km/h die höchsten Böen erzielt.

Die Regensummen, wen wundert es, lagen im November bei 21-26 Regentagen (je nach Höhenlage) auf den Kermeterkuppen hoch, typisch für milde, stürmische Herbstmonate. Im Eifelschatten dagegen war es recht trocken. Schnee fiel nur für einige Minuten am 27.11. auf den höchsten Kuppen.

Je nach Lage der Wetterstation im Kreisgebiet waren die Regensummen des Monats sehr unterschiedlich, was folgende Beispiele in Liter/qm zeigen: Schmidt 92 l/qm, Vossenack 83 l, Hergarten und Heimbach 72 l, Langerwehe 67 l, Brandenberg 62 l, Nörvenich 58 l, Jülich 53 l, Vlatten 52 l, Drove 43 l, Düren 38, Hoven 35 und Vettweiß 34 l/qm.
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