Der zweitwärmste April seit mindestens 300 Jahren

Von: kjl
Letzte Aktualisierung:

Kreis Düren. Auch im April setzte sich die seit Mitte Februar herrschende Trockenheit fort. Die Bilanz: sehr sonnig, viel zu warm und extrem trocken.

Das klassische, unbeständige Aprilwetter fehlte ganz. Schon am 2.4. gab es örtlich den frühesten Sommertag (Nörvenich: 25 Grad) seit 1968. In der Karwoche und an den Ostertagen wurden dann die höchsten Temperaturen gemessen. Die anhaltende Trockenheit ließ zum Monatsende den Blütenstaub (meist Rapspollen) zu einem dichten Teppich auf Böden, Dächern und Autos anwachsen. Viele Pollenallergiker hatten massive Probleme.

Erste Heuernte

Kleine Gewitter und Regenschauer waren selten und somit wurde schon am 1. Mai der niedrigste Frühjahrs-Rheinpegel seit 100 Jahren notiert. Ohne Bewässerung wird die Landwirtschaft bis Mitte Mai nicht zurechtkommen. Dafür ist bereits die erste Heuernte in der Trocknungsphase. Große Niederschläge sind bis Mitte Mai nicht in Sicht.

Der Blick auf einige Wetterparameter im Detail: Die Sonnenscheindauer lag im Kreis Düren gut 50 Prozent über den langjährigen Mittelwerten: Vossenack 192 Stunden, Heimbach Tallage 198, Zülpich 240, Nörvenich 243, Drove 250 und Düren 256 Sonnenstunden. Nur der April 2007 war noch deutlich sonniger (örtlich über 300 Stunden).

Die Mitteltemperatur war in den höheren Lagen hinter 2007 die zweithöchste der letzten 300 Jahre. An der höchsten Stelle des Hohen Venn betrug die Abweichung vom 30-jährigen Mittel sogar plus 5,4 Grad. Im Südkreis zwischen Drove und Zülpich wurden die Mitteltemperaturen von 2007 noch übertroffen. Hier betrug die positive Abweichung meist vier Grad.

Warmluft aus dem Südwesten ließ die Thermometer von Karfreitag bis Ostern auf sommerliche Werte steigen. Mit 29,1 in Gürzenich, 28,3 in Vettweiß und Drove sowie 23,4 Grad in Vossenack wurden die Höchstwerte gemessen. Immerhin reichte es schon für vier bis neun Sommertage im Flachland (im April 2007 sogar zehn).

Natur mit 14 Tagen Vorsprung

Fast 14 Tage Vorsprung hat die Natur inzwischen herausgeholt. Daher blühten im April alle Erdbeer-, Kirsch- und Apfelbäume ohne Frosteinwirkung.

Beständige Hochdruckwetterlagen dominierten den April, kalte Aprilschauer waren selten. Am 12.4. zog eine solche Kaltfront mit Graupelschauern und Schneeflocken in höchsten Lagen von Norden kommend über das Dürener Höhengebiet. Es wurden sogar Sturmböen beobachtet und am 15.4. folgte eine einzige Frostnacht im Kreisgebiet, eine Rarität (im oberen Rurtal fünf Frostnächte).

Regen nur an vier, fünf Tagen

Nennenswerter Regen fiel - wie schon im März - nur an vier und fünf Tagen. Die Mengen waren nur ein kurzer Hoffnungstropfen für die Landwirte. Von Linnich bis Zülpich fielen im Schnitt nur 30 bis 50 Prozent des langjährigen Regenwertes. Verbreitet lagen die Summen bei 20-30 Liter pro Quadratmeter. Hier die geringsten Mengen: Düren, Hoven und Nörvenich 18, Obermaubach 20, Vettweiß 21, Vlatten und Gürzenich 22, sowie in Drove 24 Liter pro Quadratmeter. In diesem Zusammenhang sei noch einmal an die vergleichbare Trockenheit im April 2007 erinnert mit nur null bis zwei Liter.

In der Zusammenfassung von März und April gibt es nur die Jahre 1976 und 1921, mit denen man die momentane Trockenheit vergleichen kann. Damals folgten schlimme Dürremonate.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert