Inden/Altdorf - Der Tagebau kommt: Erinnerungen an Alt Pier

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Der Tagebau kommt: Erinnerungen an Alt Pier

Von: ptj
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Pfarrer Heinz Portz stellt die
Pfarrer Heinz Portz stellt die vollendete Gedenkstätte unter den Segen Gottes. Der Männergesangverein Pier, unterstützt durch Lucherberger Stimmen, umrahmte die Zeremonie. Foto: Jagodzinska

Inden/Altdorf. „Möge diese Erinnerungsstätte mit dazu beitragen, dass unser Heimatort Pier unvergessen bleibt.” Mit diesem Wunsch endet die Kurzchronik, die Autor Herbert Schlächter zur feierlichen Einsegnungs- und Einweihungsfeier der Gedenkstätte in der Grünanlage an der Pierer Straße im Wohngebiet Waagmühle verlas - unter großer Anteilnahme der Bevölkerung.

Die Chronik ist zugleich eingelassen in eine der drei einander zugeneigten steinernen Stelen, die je ein ehemaliges Gotteshaus symbolisieren: Links die Bonsdorfer St. Ursula-Kirche, in der Mitte St. Maria unbefleckte Empfängnis zu Pier, rechts die Vilvenicher St. Helena-Kapelle.

Pfarre St. Josef Inden

Mit der Josefsglocke, deren Sockel mit Material aus dem Seitenaltar der Pierer Pfarrkirche gefertigt wurde, ist die Erinnerungsstätte neben dem alten Holzkreuz vollendet. Die mit 960 Kilo schwerste der vier Pierer Stahlglocken trägt die Inschrift: „Heiliger Josef, bitte für uns! Gestiftet von Josef Claßen und Ehefrau Therese, geborene Kurth 1956”.

Nach Bekunden von Pfarrer Heinz Portz, der die Einsegnungsworte sprach, soll auch die fusionierte Indener Pfarrei St. Josef heißen - das Einverständnis des Bischofs vorausgesetzt - zu der außer Schophoven alle verbleibenden Indener Orte zählen. Die Kirche besitze auch eine Kreuzreliquie der Heiligen Helena, schlug der Pfarrer den Bogen zur Erinnerungsstätte, die mit sekundär verwendeten römischen Bruchsteinen aus der ehemaligen Kapelle in Vilvenich errichtet wurde.

„Allmächtiger Gott, wenn du das Haus nicht baust, bauen die Bauleute vergebens. Du hast deinen Sohn zum Eckstein und Fundament deines Reiches gemacht. Wir bitten dich um deinen Segen”, sprach der Geistliche, bevor er Stelen, Glocke und zuletzt das Kreuz mit Weihwasser besprengte. Das Fundament der Gedenkstätte verglich er mit dem des Glaubens, den „wir annehmen und weitergeben”.

Indens Bürgermeister Ulrich Schuster sprach von einer „hervorragend gelungenen Umsiedlung” und bezeichnete die Gedenkstätte als „würdevolles und eindrucksvolles Erinnerungsstück”, vor allem für diejenigen, die künftig keine direkte Erinnerung an den Altort Pier haben.

Der Männergesangverein Pier, unterstützt von Lucherberger Stimmen, brachte unter dem Dirigat von Manfred Lung zwei neu einstudierte Lieder zu Gehör: Das Bundeslied Mozarts und eine „Spezialfassung des Vater Unser” von Gotthilf Fischer. Auf Wunsch der vielen Gäste wurde im Anschluss gemeinsam das alte Pierer „Gegrüßet seist du Maria” angestimmt.

Bevor die Einsegnungszeremonie in eine kleine Feier mündete, erklang vor dem unmittelbar bevorstehenden Abriss des 1138 Jahre alten Pierer Gotteshauses noch einmal das feierliche Geläut der Kirchenglocken - wenn auch nicht mehr im Original. Besonderer Dank ging an das neunköpfige Ehrenamtlerteam aus dem Altort Pier.

Neunköpfige Gruppe plante und baute

Der neunköpfigen Planungs- und Arbeitsgruppe gehörten an: Günter Hauke, Gerd Breuer, Gerd Böling, Karl-Josef Marx, Karl-Heinz Nahrings, Hans Wilhem Mäurer, Herbert Schlächter, Friedhelm Nußbaum und Werner Peters.

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