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Der Ort der Wissenschaft öffnet sich Grundschulen

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
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Können Kartoffeln im Wasser schwimmen? So wie diese Jungen können Grundschüler ab September im Science College Overbach aus Zahnstochern und Strohhalmen Kartoffelschwimmer bauen. Foto: Diels

Barmen/Kreis Düren. Da gibt es Grundschüler, die mit ihren kleinen Händen über die Klaviertasten fliegen. Und andere, die als Erstklässler über 100 Meter dem großen Bruder davon sprinten. Und wieder andere, die am Tag ihrer Einschulung wissen, warum ein Flugzeug fliegt.

Ob musikalische, sportliche oder technische Begabung, wichtig ist es, junge Talente zu fördern. „Man muss die Kinder früh interessieren, gerade auch für Physik, Chemie und Technik”, sagt Anna Helene Lürken, Schulamtsdirektorin beim Schulamt für den Kreis Düren. Denn: „Wenn man unten nicht anfängt, darf man sich nicht wundern, dass oben nix ist.”

Der Satz sitzt. Lürken hat es auf den Punkt gebracht. Und da schaut Heinz Lingen, Schulleiter des Gymnasiums Haus Overbach und ehrenamtlicher Leiter des Science College Overbach, erst ein wenig verdutzt, bevor er zustimmend nickt.

Lürken freut sich über den Start einer Kooperation zwischen dem Schulamt und dem Science College. Nach den Sommerferien geht es los: Immer freitags von 9 bis 12.30 Uhr können zwei Grundschulklassen hier Technik und Naturwissenschaften entdecken.

„Wir müssen die knapp 60 Grundschulen im Kreis mit diesem Ort in Kontakt bringen”, sagt Lürken im Forum des Science College. Hier sitzen rund 80 Grundschulleiter und Lehrerinnen, vereinzelt auch männliche Vertreter, und warten auf die Vorträge am Tag der Grundschule und darauf, ihre Klasse in die ausliegenden Listen einzutragen.

Auch Lingen blickt optimistisch auf die Kooperation: „Das könnte eine Musterbildungslandschaft werden”, sagt er. „Jede größere Stadt hat einen Sportverein und eine Musikschule, aber ein Jugendzentrum für Naturwissenschaften gibt es nur eines im Land, und das steht hier.” Wissenschaft vermitteln, Unterricht in den Mint-Fächern entwickeln und Lehrer fortbilden: Das sind die drei Aufträge des Science Colleges, die er in seinem Vortrag nennt.

Und damit der Ort der Wissenschaft ab September auch Grundschüler anspricht, arbeiten Lingens Stellvertreter Thorsten Vogelsang, Anja Groth, Lehrerin am Gymnasium Haus Overbach, Anja Schüümann, Leiterin der Katholischen Grundschule Rödingen, und Bildungsmanager Rusbeh Nawab vom Science College im Team. „Wir haben solche Themen aus dem Lehrplan für den Sachunterricht herausgenommen, die besonders aufwendig sind oder eine besondere Ausstattung brauchen”, sagt Schüümann.

Arbeitspläne, Arbeitsblätter und Materialkisten könne sie den Lehrern zur Verfügung stellen. Angedacht hat das Team Versuche zur Statik und Stabilität, zum Schall, zu stofflichen Veränderungen beim Lösen und Verbrennen von Stoffen und zum Herstellen von Cremes und Shampoos.

Die Schüler sollen lernen, wie sie mit wissenschaftlichen Instrumenten umgehen, wie sie Ergebnisse präsentieren und Forschungsergebnisse reflektieren. Dabei sollen allerdings nicht die Lehrer die Fragen vorgeben. „Wenn die Schüler freitags zu uns kommen, stellen die Kinder Fragen und finden Antworten mit wissenschaftlichen Methoden”, kündigt Groth an.
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