Kreis Düren - Bürgerforum beleuchtet Umgang mit Demenzkranken

Bürgerforum beleuchtet Umgang mit Demenzkranken

Von: han
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Sie initierten das Demenzforum: Elke Ricken-Melchert (Mitte) und Monika Sandjon (l.) im Kreis der Referenten.

Kreis Düren. Mit einem Bürgerforum im Kreishaus hat der Kreis Düren die Hintergründe und Ziele des Projekts „Mit uns - demenzfreundlicher Kreis Düren” beleuchtet. Rund 4000 Menschen sind im Kreis an Demenz erkrankt, erläuterte Elke Ricken-Melchert vom Amt für Chancengleichheit, Familie und Senioren.

Im Anfangsstadium nehmen die Betroffenen meist noch am öffentlichen Leben teil. Allerdings werden Mitmenschen durch ihr Verhalten oft irritiert.

Ziel der Veranstaltung war es anzuregen, Betroffene nicht auf ihre Erkrankung und Defizite zu reduzieren, sondern ihnen und ihren Angehörigen mit Wertschätzung, Respekt und Verständnis zu begegnen. Auch deswegen, weil die Mehrzahl der Demenzkranken im Kreis Düren zu Hause von Angehörigen gepflegt werden. Für Monika Sandjon ein besonderer Grund, die Bevölkerung, aber auch die Politik, für dieses Thema zu sensibilisieren, um den erkrankten Menschen eine „Teilhabe am Leben in der Kommune” zu ermöglichen. Eine wichtige Voraussetzung sei dabei, sich mit der Krankheit auseinander zu setzen, sie zu enttabuisieren, Verständnis zu wecken und pflegende Angehörige nicht alleine zu lassen.

Bewegungsdrang

In Vorträgen wurde dargestellt, wie man mit der Krankheit Demenz umgehen kann. Bewegungsdrang in den Anfangsstadien sollte nicht eingeschränkt werden. Bewegungsarmut führe zur Einschränkung sozialer Kontakte, zu Langeweile, Apathie bis hin zur Selbstaufgabe. Durch die Unterstützung der Bewegung erreichte man eine positive Wirkung im Gehirn, führte Andreas Kutschke von der Alzheimergesellschaft Kreis Düren aus. Aggressionen nähmen ab, die Bewegung verlangsame den kognitiven Abbau.

In einem „Impulsreferat” schilderte Erich Schützendorf anhand von Beispielen den Krankheitsverlauf. Marlies Jansen, stellvertretende Pflegedirektorin des St. Josef-Krankenhauses Linnich berichtete, wie sich das Krankenhaus auf Demenzkranke einstellt. Die Biografie des Erkrankten werde herangezogen, Vorlieben erkundet und darauf eingegangen. Darüber hatte zuvor schon Menka Berres-Foerster vom St. Marienhospital referiert. Viele Möglichkeiten gebe es, den Alltag der Patienten zu erleichtern, in dem man sich die Mühe mache, ihre Bedürfnisse wieder zu erkennen. Wie Demenzkranke in der LVR-Klinik in Düren behandelt werden, zeigte Dr. Martine Grümmer auf. Eine spezielle Station wurde eingerichtet, auf der insbesondere auch die Krankheiten Demenz (Erkrankte leugnen und verdecken) und Depressionen (Menschen suchen nach Ursachen) abgeklärt werden.

Nach dem Bürgerforum sind Seminare und ein Theaterstück geplant. Weitere Informationen unter Tel. 02421/2222-50.
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