Kreis Düren - Botschaft: Beim Alkohol ist weniger besser

Whatsapp Freisteller

Botschaft: Beim Alkohol ist weniger besser

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
Wollen für einen verantwortu
Wollen für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol sensibilisieren: Vertreter der Drogenberatung, der LVR-Klinik, der Anonymen Alkoholiker, des Kreisjugendamtes und des SKF. Foto: Abels

Kreis Düren. Die Zahlen sind besorgniserregend: 96,9 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren trinken Alkohol, viele verantwortungsbewusst, eine ganze Reihe aber auch riskant. Rund 9,5 Millionen Männer und Frauen konsumieren bereits zu viel.

Davon sind rund 1,3 Millionen alkoholabhängig. Entwicklungen, die Andreas Schön und Wilfried Pallenberg von der Sucht- und Drogenberatung des regionalen Caritasverbandes auch aus dem Kreis Düren kennen.

„Komasaufen” nimmt zu

Zwar ist der regelmäßige Alkoholkonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen rückläufig, dafür steige der exzessive Umgang mit Alkohol, spricht Pallenberg das sogenannte „Komasaufen” an. Aktuelle Studien belegen, dass sich 17 Prozent aller zwölf- bis 17-Jährigen und mehr als jeder dritte junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren mindestens einmal im Monat in einen Rausch trinkt. Gruppendynamik ist ein Grund, der vor allem auch bei Mädchen mit wachsender Tendenz zu erkennen ist, weiß Andreas Schön, aber auch der Versuch, mangelndes Selbstbewusstsein oder fehlende Konfliktfähigkeit zu kompensieren. Auch Leistungsdruck führt oft zum Griff nach der Flasche.

Um so wichtiger ist Aufklärung, die deshalb vom 20. bis 29. Mai im Mittelpunkt der bundesweiten Aktionswoche unter dem Motto „Alkohol - weniger ist besser” steht. „Wir arbeiten zwar das ganze Jahr über präventiv”, verweist Andreas Schön auf die vielfältigen Angebote und Projekte auch an und mit Schulen, die Aktionswoche soll aber dazu dienen, „die Gesellschaft als Ganzes gezielt für einen verantwortungsvollen Alkoholkonsum zu sensibilisieren”.

Das Kreis-Jugendamt sitzt über den vom SkF betriebenen Jugendbus „Wilde 13” deshalb ebenso mit im Boot wie die LVR-Landesklinik mit ihrer Suchtstation, die Selbsthilfekontaktstelle und verschiedene Selbsthilfegruppe wie die Anonymen Alkoholiker (AA), die über ihre eigenen Erfahrungen sprechen. „Das hinterlässt in der Regel Eindruck”, betont ein Sprecher.

„Wir wollen die breite Öffentlichkeit ansprechen und für einen maßvollen Alkoholkonsum gewinnen”, betont Schön. Schließlich kenne jeder aus seinem Bekanntenkreis mindestens einen, der ein Alkoholproblem hat, das in der Regel aber verdrängt werde, ergänzt der AA-Sprecher. Oft sind es die Eltern, die ihren Kindern ein schlechtes Beispiel bieten. Und dabei denkt Wilfried Pallenberg nicht nur an die 2,65 Millionen Kinder, die in Deutschland in alkoholbelasteten Familien leben. „Wir müssen leider feststellen, dass immer mehr Eltern schon 13- und 14-Jährigen zu besonderen Anlässen den einen oder anderen Schluck erlauben”, verweist Pallenberg auf eine fatale Entwicklung. „So wird Alkohol positiv besetzt. Die damit verbundenen Risiken werden unterschätzt.”

Gezielt wollen die Projektpartner während der Aktionswoche die Thematik aufgreifen, bieten über eine Telefon-Hotline aber auch weitergehende Informationen an oder vermitteln Ansprechpartner, wenn gewünscht natürlich vertraulich.

Geplante Aktionen im Rahmen der Kampagne

Zu einem Präventionstag laden der Jugendbus „Wilde 13” und die Mobile Jugendarbeit der Gemeinde Kreuzau am Freitag, 20. Mai, 16 Uhr, an Schulzentrums ein. Aufklärung über Alkohol und Rauschmittel steht im Mittelpunkt, mit Rauschparcours und der Fahrt im Fahrschulauto mit und ohne Rauschbrille.

Vom 23. bis 27. Mai ist täglich eine Hotline eingerichtet. Von 12 bis 15 Uhr gibt es unter 0178/2807504 Infos zu Präventionsberatung, Behandlungsmöglichkeiten, Selbsthilfegruppen und zur MPU (Fachberatung am 24. Mai).

In der Dürener Fußgängerzone findet am Samstag, 28. Mai, zwischen 9 und 14 Uhr ein Aktionstag mit Infostand, Plakat-Ausstellung und Selbsttests zur Einschätzung des eigenen Trinkverhaltens statt, der abends in der Endart fortgesetzt wird.

Vorgesehen sind zudem Präventionstage an Schulen. Und auch bei vielen Ärzten und Apotheken liegt Informationsmaterial aus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert