Bissiges Kabarett zum Internationalen Frauentag

Von: sd
Letzte Aktualisierung:
braunbild
Die Kabarettistin Karin Berkenkopf „programmiert” das Gehirn des Jülichers Peter Maasakkers auf die Herausgabe einer großen Spende. Foto: Dietl

Kreis Düren. Ausgerechnet anlässlich des Internationalen Frauentages steht der Typ Frau auf der improvisierten kleinen Bühne, den Generationen von Feministinnen längst in der Mottenkiste glaubten: Frieda Braun aus Winterberg - mütterlich, verschroben und äußerst liebenswürdig.

Mit Lockenwicklern im Haar, Pantoffeln und bunter Kittelschürze begibt sich die Kabarettistin in ihrem Programm „Sammelfieber” auf die Suche nach Sachspenden für den geplanten Wohltätigkeitsbasar der Frauengemeinschaft.

Auf ihrer karitativen Tour machte die resolute Sauerländerin auf Einladung des Amtes für Chancengleichheit, Familie und Senioren des Kreises auch in Düren Halt. Im Gepäck hatte sie skurrile Geschichten, die vom Fahren im Kreisverkehr über den Ökostrom vom Nachbargrundstück bis zu den Abenteuern im Wasserbett handelten.

Ihr pointierter Wortwitz, ihre Gestik und ihr ausgeprägtes Mienenspiel waren umwerfend komisch. Mal gab sich Frieda verklemmt und überaus umständlich, vor allem als es um die häusliche Erotik mit dem Gatten Erwin ging. Mal zeigte sie sich ein wenig bissig und im nächsten Moment brillierte sie mit spitzbübischem Charme und Arglosigkeit.

Die schräge Hausfrau, dargestellt von der wunderbaren Karin Berkenkopf, eroberte mit dieser Mischung die Herzen der anwesenden 100 Frauen und fünf Männer im Sturm. Bisweilen war die Erheiterung so anhaltend, dass Frieda eine kurze Pause einlegen musste, ehe sie in ihrem sauerländischen Akzent die nächste Begebenheit aus ihrem Freundeskreis auftischen konnte.

Die Charaktere, die durch das Programm zogen, erschienen so typisch, dass man sie im eigenen Umfeld wiederzuerkennen glaubte. Da war zum Beispiel die ehrenamtlich engagierte „Kollekten-Agga”, die beim Spendensammeln ein robustes Maß an krimineller Energie aufweist, oder Thekla, die gelernte Schneiderin, die sofort erkennt, wenn die Trainingsanzüge der Herren mehr Zeit im Fernsehsessel als auf dem Sportplatz verbracht haben.

Doch trotz ausschweifender Erzählungen vergaß Frieda nie, dass sie eigentlich Sachspenden sammeln wollte und sie bezog das Publikum aktiv mit ein. So stülpte sie einem der wenigen Männer im Saal, Peter Maassakers aus Jülich, einen Kopfhautstimulator über, um dessen Gehirn auf eine spektakuläre Spende für den Basar zu „programmieren”.

Ob es funktioniert hat, ist bislang nicht bekannt. Ganz sicher ist jedoch, dass die Zuschauer von dem Programm hingerissen waren.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert