Betriebe sollen sich für Behinderte öffnen

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Kreis Düren. Die Dürener Mittelstandsvereinigung (MIT) hat im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe die Rurtalwerkstätten (RTW) in Huchem-Stammeln besucht. Die Rurtalwerkstätten sind eine Einrichtung der Lebenshilfe zur Eingliederung von zur Zeit 750 Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben.

Sie bietet Menschen, die wegen ihrer Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden können, eine angemessene Bildung und Beschäftigung. Dies geschieht über Dienstleistungen und Produktionsaufträge von Kunden aus der Industrie und dem Handwerk.

772 betreute Arbeitsplätze

Die Betriebsstätte in Huchem-Stammeln ist eine von sechs Einrichtungen, mit 140 Stellen für hauptamtliche Mitarbeiter und 772 betreuten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen. Geschäftsführer Meylahn nutzte die Gelegenheit, die Wirtschaftsvertreter über die Chancen zu informieren, behinderten Menschen den Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

Betont wurde dabei der positive Effekt solcher Maßnahmen für alle Beteiligten. Die Anwesenheit behinderter Mitarbeiter sorge in der Regel für ein besseres und sozialeres Klima. Dies wurde von Vertretern aus der Runde bestätigt.

Nach Praktika erhalten die Menschen mit Behinderung in der Regel sogenannte „betriebsintegrierte Arbeitsplätze”. Die Behinderten sind weiterhin der beschützenden Werkstatt zugeordnet und erhalten ihr Gehalt von der Werkstatt.

Der Betrieb zahlt in der Regel ein angemessenes Entgelt an die Werkstatt. Von der Werkstatt aus werden diese Mitarbeiter in den Betrieben weiter betreut. Bei Gruppenarbeitsplätzen ist sogar eine entsprechende fachliche Begleitung möglich.

Ist ein betreuter Mitarbeiter so leistungsfähig, dass der Betrieb ihn übernehmen möchte, kann dies vom Staat gefördert werden über das Kombi-Lohn-Modell, in dem bis zu 60 Monate lang ein Lohnzuschuss in Höhe von 515 Euro monatlich gezahlt wird. Zusätzlich wird dies von dem örtlichen Integrationsfachdienst begleitet.

Der Kreis-Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, Rolf Delhougne, rief die Mitglieder der MIT auf, sich diesen Möglichkeiten zu öffnen, und auch die Kommunen sollten mit einem guten Beispiel voran gehen.

Auch Staatssekretär Thomas Rachel verwies auf die Bedeutung von Einrichtungen, wie den Rurtalwerkstätten.

Bei einem Werksrundgang konnten sich die Wirtschaftsvertreter von dem vielfältigen Leistungsspektrum der RTW überzeugen. Bei der Arbeit an hochmodernen Produktionsmaschinen erhalten schwerst- und mehrfachbehinderte Menschen eine sinnvolle und würdige Tagesstruktur.

Breites Angebot

Zum Angebot der RTW gehören auch eine Buchbinder- und Druckerei, eine Wäscherei und Heißmangel. Eine große Bedeutung hat der Produktionsbereich Montage und Verpackung, der in jeder Betriebsstätte zu finden ist und viele Arbeitsplätze bietet.

Zwei Großküchen werden derzeit betrieben, in denen nicht nur Mahlzeiten für den Eigenbedarf produziert und ausgegeben sondern auch 400 Mahlzeiten an externe Kunden, wie Schulen und Kindergärten, ausgeliefert werden.
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