Kreis Düren - Begrenzte Begeisterung über große Koalition

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Begrenzte Begeisterung über große Koalition

Von: bugi
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Kreis Düren. Wenn in Berlin die Spitzen von CDU/CSU und der SPD zu ersten Koalitionsgesprächen zusammentreffen, dann bereitet das den Genossen an der Basis eher Kopfschmerzen.

Der Dürener Sozialdemokrat Peter Koschorreck formuliert das vielsagend so: „Aus dem Bauch heraus bin ich gegen eine große Koalition. Vom Verstand her könnte es sein, dass ich noch dafür sein werde.“

Was ist auch die Alternative? Uwe Endrigkeit, SPD-Ortsvereinsvorsitzender von Langerwehe, sieht keine. Neuwahlen? „Nein, das Wählervotum war eindeutig.“ Rot-rot-grün? „Auf keinen Fall. Und auf Bundesebene überhaupt nicht“, sagt Endrigkeit. Bleibt Schwarz-rot. Damit hat Endrigkeit Erfahrung, in Langerwehe gibt es dieses Bündnis auf lokaler Ebene. „Ich hoffe, dass wir in den Koalitionsverhandlungen viele SPD-Inhalte umsetzen können, aber die Rahmenbedingungen sind mir klar.“

Der Mindestlohn, mehr Geld für die Bildungspolitik und eine bessere Finanzausstattung der Kommunen – das sind die Positionen, auf die es Endrigkeit ankommt. Für die meisten Genossen an der Basis sind es die entscheidenden Punkte. Peter Koschorreck hofft zudem noch auf mehr Geld für Infrastrukturmaßnahmen. Wie das aber ohne Steuererhöhungen finanziert werden soll, weiß Koschorreck nicht. Elisabeth Pütz, stellvertretende Bürgermeisterin aus Kreuzau, weiß es noch weniger.

„Das weiß nur der liebe Gott“, sagt sie. Der sitzt aber nicht mit am Verhandlungstisch. Pütz hatte zunächst die Befürchtung, dass von den Wahlaussagen der SPD in einer großen Koalition nur wenig übrig bleibt. „Aber nach den Sondierungen hat man den Eindruck, dass doch einige unserer Vorhaben umgesetzt werden können“, so die Sozialdemokratin, die auch weiß, dass in den kommenden Verhandlungsrunden auch Kompromisse von beiden Seiten verlangt werden. Elisabeth Pütz: „Da muss man dann auch mal über seinen Schatten springen.“

Auch Wolf Dieter Keß, SPD-Fraktionsvorsitzender in Nideggen, ist nicht der größte Freund einer großen Koalition. „Meine Begeisterung hält sich in Grenzen“. Von einer „Vernunftehe“ spricht Keß, für den aus Nideggener Sicht das Thema der Finanzausstattung der Kommunen die höchste Priorität hat.

Dass manchem Sozialdemokraten dabei nicht ganz wohl ist, machen unabhängig voneinander Endrigkeit und Koschorreck deutlich, denen statt einer großen Koalition sogar eine absolute CDU-Mehrheit lieber gewesen wäre. Endrigkeit: „Dann hätte es auch eine starke Opposition gegeben.“ Wie die Basis letztlich über einen Koalitionsvertrag entscheiden wird, kann Endrigkeit nicht einschätzen: „Ich glaube, das wird sehr, sehr eng werden.“

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