„Azubi-Offensive”: Gastronomie kämpft um guten Nachwuchs

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Nicht das Gelbe vom Ei: Viele
Nicht das Gelbe vom Ei: Viele Koch-Azubis müssen sich ihre Berufskleidung und das Messer-Starterset oft selbst vom Taschengeld kaufen. Damit soll jetzt Schluss sein.

Kreis Düren. Die Gastronomie kämpft um guten Nachwuchs: 37 freie Azubi-Stellen haben Hotels und Gaststätten im Kreis Düren derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet - von der Köchin bis zum Kellner. Eine Branche ist auf Azubi-Suche.

„In den Küchen, an den Theken und am Hotelempfang wird der Nachwuchs knapp. Ein Sinkflug bei den Bewerberzahlen - das ist das Schlimmste, was der Hotel- und Gastronomiebranche im Kreis Düren passieren kann”, sagt Peter Mogga. Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Aachen macht sich deshalb für eine „Azubi-Offensive” bei den laufenden Tarifverhandlungen stark. Er will damit die Qualität der Ausbildung verbessern, die Arbeitsbedingungen attraktiver machen und den Lohn steigern.

Die NGG Aachen nennt Gründe, warum die Gastronomie für Jugendliche bei der Berufswahl einen bitteren Beigeschmack hat: „Die Arbeitszeiten sind ein großes Problem. Der Gast kommt morgens, mittags, spätabends oder sogar nachts, dazu meistens unerwartet. Dann will er gut und preiswert bekocht werden - und natürlich einen prima Service. Alltags genauso wie an Sonn- und Feiertagen”, sagt Peter Mogga. Der typische „Gastro-Arbeitsrhythmus” gehe zu Lasten sozialer Kontakte.

Zudem sei das Klima in den Küchen immer noch rau. „Die Küchen, in denen die Pfannen fliegen, werden weniger. Trotzdem muss sich in der gesamten Gastronomie im Kreis Düren bei den Arbeitsbedingungen dringend etwas ändern. Und dazu gehört auch die Bezahlung”, sagt der Geschäftsführer der NGG Aachen. Ein Koch bekommt zu Beginn seiner Ausbildung nach Angaben der NGG Aachen derzeit 543 Euro brutto pro Monat. „Die Lehrjahre in der Küche sind hart. Dafür hat ein Azubi am Monatsende mehr im Portemonnaie verdient. Deshalb wollen wir erreichen, dass die Ausbildungsvergütungen deutlich angehoben werden”, sagt Peter Mogga.

Darüber hinaus will die NGG die Chefs von Gaststätten und Hotels im Kreis Düren in die Pflicht nehmen, den Azubis die Berufskleidung und das Handwerkszeug zu stellen. „Immerhin profitieren die Arbeitgeber von einer guten Ausbildung. Ohne gut ausgebildete Fachkräfte können die Gastronomen ihre Schürze an den Nagel hängen”, sagt Mogga. Er erwartet deshalb, dass „der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband bereit ist, bei einer Qualitätsverbesserung in der Ausbildung mitzuziehen”. In den Betrieben müsse sich dann einiges ändern.
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