Kreis Düren - Ambitionierter Einsatz und ein dickes Fell sind wichtig

Ambitionierter Einsatz und ein dickes Fell sind wichtig

Von: Simone Dolfus
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Durchsetzungsfähig: Auch wenn Thomas Bähr erst 16 Jahre alt ist, muss er auch gegenüber deutlich älteren Spielern dafür sorgen, dass die Spielregeln eingehalten werden. Foto: Dolfus

Kreis Düren. Samstagnachmittag, Sonnenschein und ein laues Lüftchen – schön wer Freizeit hat. Die hätte Thomas Bähr jetzt eigentlich auch, aber er hat an diesem Samstag etwas Wichtiges zu tun. So wie an fast jedem Wochenende, auch wenn die Sonne nicht scheint und es regnet und stürmt.

Der 16-jährige Jülicher ist seit anderthalb Jahren Schiedsrichter im Fußballkreis Düren. Und das mit Leidenschaft. Hobbys? „An erster Stelle steht für mich der Fußball“, sagt er, „danach kommt erst mal lange nichts.“ Wobei er sich schon gerne mal mit Freunden trifft und etwas unternimmt. Aber oft sind es dann auch die jungen Schiedsrichterkollegen aus dem Jülicher Land, mit denen er sich verabredet.

Dabei war er mehr oder weniger in die Schiedsrichtertätigkeit „hineingerutscht“. „Ein Freund von mir hatte sich zum Lehrgang angemeldet und gefragt, ob ich mitmache.“ Beide bestanden die Prüfung, doch der Freund hat sich längst wieder vom Amt an der Pfeife verabschiedet. Thomas Bähr nicht. Im Gegenteil.

Vorwürfe nach dem Spiel abhaken

Der Schüler des Gymnasiums Zitadelle ist ein ambitionierter junger Mann, der sich fest vorgenommen hat, Jura zu studieren. Und er hat es für sein noch jugendliches Alter in der sportlichen Laufbahn schon weit gebracht. Vor kurzem leitete er sein erstes Meisterschaftsspiel in der Kreisliga A. Damit ist er der jüngste Schiedsrichter im Fußballkreis Düren, der in dieser Spielklasse pfeifen darf. Als Assistent war Thomas Bähr, der für den SV Selgersdorf aktiv ist und manchmal bei den A-Junioren von Jülich 10/97 selbst noch kickt, auch schon in der Bezirks- und Landesliga im Einsatz.

Daher war ihm auch vor dem ersten Einsatz als Chef eines Gespanns – in den unteren Klassen gibt es keine Assistenten an der Linie – nicht mulmig. „Natürlich ist vor einem Spiel eine gewisse Anspannung da. Aber sobald der Anpfiff erfolgt ist, hat man die volle Konzentration“, so Bähr. Dass er den älteren Assistenten – an diesem Tag Marco Graffi und Niklas Pracht - Anweisungen geben können musste, war kein Problem: „Ich kann auf die Unterstützung der älteren Jungs bauen.“

Gegenüber den zum Teil ebenfalls deutlich älteren Seniorenspielern, die er zum Einhalten des Reglements anhalten muss, bringt er eine gesunde Portion Selbstbewusstsein mit: „Da muss man sich erst einmal Respekt verschaffen. Und dann ist das auch ok.“

Kritische Situationen hat der Fan des 1. FC Köln auf dem Platz bisher selten erlebt. Einmal sei er von einem B-Juniorenspieler angegangen worden, der habe sich aber später entschuldigt. Und auch überambitionierte Eltern von ganz jungen Spielern hat er schon kennengelernt. „Das muss man ignorieren und nach dem Spiel abhaken können“, so Bährs Umgang mit dem täglichen Leid der Unparteiischen.

Seine Tätigkeit macht ihm großen Spaß – fast jedes Wochenende pfeift er drei Spiele - und er würde gerne noch weiter in der Karriereleiter nach oben klettern. Die Chancen darauf stehen nicht schlecht. Schon im vergangenen Jahr erhielt er eine Einladung zum Verbandsförderkader des Fußballverbandes Mittelrhein, besuchte einen Lehrgang und absolvierte erfolgreich eine Prüfung. „Aber leider war ich noch zu jung“, hofft Thomas Bähr in diesem Jahr auf seine nächste Chance.

Bundesliga-Referee zu werden, ist indes derzeit nicht seine Zielsetzung. „Mittelrheinliga – ich denke, das ist mit ein bisschen Glück realistisch.“

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