„Aktive Dörfer stärken“: Leerstand in den Griff bekommen

Von: Christoph Hahn
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Planerisch müsse in Heimbach noch viel geschehen, schätzt Berater Manfred Ernst die Lage ein. Ein Zentrum sei derzeit nicht zu erkennen. Foto: bwp

Kreis Düren. Zwei sind Bürgermeister, einer Fachhochschul-Professor, einer berät die Stadt Heimbach: Im Grunde sind die Experten, die sich im Zuge des Projekts „Aktive Dörfer stärken“ im Dürener Kreishaus versammelt haben, von ihren Ausgangspunkt her grundverschieden. Und doch sind sie, sobald es um das Ziel geht, gleich.

Die beiden Rathauschefs Reinhard Müller aus Dahlem in der Eifel und Klaus Lütkefedder aus der Verbandsgemeinde Wallmerod im Westerwald, der Stadtplaner Christoph Hebel aus Aachen und der Berater Manfred Ernst aus Kall glauben – so ihr gemeinsamer Nenner – an die Zukunft der Ortskerne abseits der großen Metropolen. Wie sie den Weg in die Zukunft bahnen oder gehen, verrieten die drei Referenten und Professor Hebel, der als Moderator auftrat, im Rahmen eines Forums zum Thema „Leerstandsmanagement“.

Der Leerstand ist, wie sich rasch herausstellte, ein, wenn nicht gar das Kernproblem, das es zu meistern gilt, damit Dörfer nicht ab- oder aussterben. Diese Diagnose stellt auch Hans-Martin Steins als gastgebender Dezernent der Kreisverwaltung, und ordnete das Problem zugleich ein: „Wir beobachten zunehmenden Leerstand in den Dörfern, aber auch in den Städten.“ Von der Tendenz her äußerte sich Steins skeptisch bis pessimistisch: „Das wird der Voraussicht nach nicht besser werden.“ Ein ausdrückliches Dankeschön des Dezernenten galt der Sachgebietsleiterin für Kreisentwicklung, Margarete Lersch, die die Veranstaltung zum Leerstandsmanagement organisiert hatte.

Moderator Hebel stellte den Zusammenhang zwischen dem aktuellen Geschehen im Kreishaus und den anderen Foren von „Aktive Dörfer stärken“, so zum Beispiel zur Zukunft der Vereine, ein: „Wir wollen mit den Dorfbewohnern über ganz unterschiedliche Themen ins Gespräch kommen.“ Auf einen Mix aus Fördermitteln und eigener Überredungskunst setzt hingegen Reinhold Müller, dem es gelungen ist, manchen Problemfall im Weichbild des Dahlemer Zentrums durch ein Beispiel für gelungene Architektur ersetzt zu sehen.

Sehr nahe an den Problemen des von Leerständen geplagten Rureifeler Städtchens Heimbach bewegte sich Consultant Manfred Ernst, der die Probleme der Kommune offen beim Namen nannte. Nichtstaatliche Investitionsmittel seien schwer zu bekommen, denn: „Banken beurteilen den Standort Heimbach nicht gerade positiv.“ Auch planerisch stehen nach Manfred Ernsts Einschätzung die Dinge in der kleinen Eifelstadt nicht zum Besten: „Heimbach braucht dingend eine Ortskernbildung – es ist kein Zentrum erkennbar.“

Klaus Lütkefedder, der Gast aus dem Westerwald, konnte sich als erfolgreicher Manager seiner Verbandsgemeinde zwischen Montabaur und Limburg mit rund 14 800 Einwohnern in 21 Dörfern darstellen. Leerstandsimmobilien werden gezielt übers Internet (www.lebenimdorf.de) vermarktet und der Um- oder Neubau auf dem Terrain der früheren Schandflecke subventioniert – nicht restlos, aber so, dass zwischen 2004 und heute bei 150 Projekten Investitionen seitens der Bauherren in Höhe von rund 23 Millionen Euro generiert wurden – sehr zur Freude des einheimischen Gewerbes übrigens. Aber nicht nur das verbuchte der Verbandsgemeinde-Bürgermeister aus Rheinland-Pfalz als Erfolg: „Von den 150 Projekten wurden 115 von jungen Familien angepackt – und die kamen längst nicht nur aus der Gegend.“

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