Radarfallen Blitzen Freisteller

Agentur für Arbeit: Weiterbilden statt entlassen

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
arbeitsamt1_xxx
Ist seit dem 1. April neuer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Düren: der Duisburger Harald Küst (59). Foto: Abels

Kreis Düren. Die Ausgangslage zum Start in Düren hätte schlechter kaum sein können. Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise ist die Arbeitslosenzahl auch im Kreis Düren erstmals in einem März gestiegen. Die Frühjahrsbelebung blieb aus. Trotzdem will Harald Küst von Schwarzmalerei nichts hören.

„Wir leben im Kreis Düren zwar nicht auf einer Insel der Glückseligkeit, sind als Pendlerregion im NRW-Durchschnitt aber nicht so stark von der Krise betroffen.” Einen explosionsartigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Keis Düren erwartet der neue Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Düren deshalb in diesem Jahr nicht. „Auch wenn Prognosen in der momentanen Situation schwierig sind, gehe ich davon aus, dass wir am Jahresende unter dem Niveau von 2007 liegen werden”, verbreitet der 59-jährige Duisburger trotz Krise verhaltenen Optimismus.

2007 sank die Zahl der Arbeitslosen im Jahresverlauf bekanntlich von weit über 13.000 auf unter 10.800. Zurzeit sind es 11.096. „Wir sind handlungsfähig”, verweist Küst auf ein gut ausgestattetes Budget seines Hauses für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Klare Ansage an sein Team: „Bei uns scheitert keine Integration am Geld.”

Und er wirbt bei den Unternehmen, die mit Auftragseinbrüchen zu kämpfen haben, die Zeit eventuell notwendiger Kurzarbeit zu nutzen: „Qualifizieren statt entlassen”, lautet die Devise. Ansprechpartner in Düren ist Christoph Schumacher (02421/124-421).

„Damit können auch kleine und mittlere Betriebe ihren Fachkräftebedarf sichern, sollte die Konjunktur wieder anziehen.” 16 der 65 Betriebe, die im März Kurzarbeit angemeldet hatten, nutzen dieses Angebot bereits. Es könnten noch mehr sein.

Und Küst verweist darauf, dass es nicht nur Programme für Geringqualifizierte, sondern auch für Fachkräfte gibt. Weiterer Vorteil: Qualifiziert ein Unternehmen während der Kurzarbeit seine Mitarbeiter, werden die Sozialbeiträge vollständig übernommen. Am „Runden Tisch” will Küst die Arbeit seiner Vorgängerin Frauke Schwietert fortsetzen und im Netzwerk mit den Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Kammern und Kommunen weitere Möglichkeiten der Beschäftigungssicherung erörtern.

In diesen Tagen knüpft der neue Agenturchef erste Kontakte. „Ich werde mich für eine umfassende Qualifizierungsoffensive einsetzen”, kündigt Küst an. Und deshalb appelliert er an die Betriebe, auch in Krisenzeiten die Ausbildung nicht zu vernachlässigen. „Das wäre fatal”, betont der 59-Jährige angesichts des sich schon jetzt mit der demographischen Entwicklung abzeichnenden Facharbeitermangels.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert