Düren - Zweieinhalb Mal um die Welt für eine gute Sache

Zweieinhalb Mal um die Welt für eine gute Sache

Von: Bruno Elberfeld
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Peter Borsdorff sammelte mit seiner roten Sammelbüchse mit Schuh beim 24. Stadtlauf Geld für bedürftige Kinder. Foto: bel

Düren. Schlank, fit, kein Gramm Fett am Körper, 65 Jahre jung, Energie für Zwei: Peter Borsdorff, seit über zwei Jahren im Ruhestand, findet selbst die größte Ruhe auf der Laufpiste, beschuht mit seinen ausgelatschten Laufschuhen, in denen er seit langer Zeit das richtige Tempo findet. Und das trotz schwerer Last.

So am Sonntag: Sie Sammelbüchse wog am Ende des Dürener Zehn-Kilometer-Laufes 3,7 Kilogramm. Ihr Inhalt: 3547,26 Euro, die die vielen Zuschauer entlang der Strecke in der Innenstadt, aber auch die Läufer dem Leichtathleten des Dürener TV in die Sammelbüchse gesteckt hatten.

Peter Borsdorff rennt für die gute Sache: Seit 1995 ist „Running für Kids - Leichtathleten helfen behinderten Kindern” bis weit über unsere Kreisgrenzen bekannt. Immer wieder kann man ihn in der Hauptstelle der Dürener Sparkasse am Schalter sehen. Borsdorff zahlt Geld ein, das er bei irgendeinem Rennen erlaufen hat.

Im vergangenen Jahr beispielsweiße unterstützte er mit dem Geld 20 Betreuungsinitiativen, 17 Kindergärten, neun Schulen, sieben Einzelfälle, zwei Behindertensportclubs, eine Behinderteneinrichtung, eine Behindertenwerkstatt, eine Familie, einen Spielplatz, ein Kinderheim, ein Behindertenprojekt und eine Kinderklinik.

Mit mehr als 40.000 erlaufenen Euro stellte Borsdorff mit seiner ehrenamtlichen Initiative in 27 Orten der Region Spendengeld zur Verfügung stellen. Auch in den Grenzgebieten von Belgien und Holland, dort wo der Leichtathlet an den Start geht, half der Dürener sechs Mal.

Höhepunkte 2008 waren unter anderem der „9. Peter & Paul”-Lauf im Juni, als mehr als 1000 Aktive in das Stadion des Dürener Turnverein kamen und in drei Stunden 10.597 „Sympathiekilometer” für gehandicapte Kinder zurücklegten. Gerne erinnert sich der Langläufer an den Nachmittag im Internat der Louis-Braille-Schule in Düren, als er für einen siebenjährigen mehrfach behinderten blinden Jungen eine etwa zweijährige Reittherapie ermöglichte.

Den bewegenden Abschluss des Jahres bildete für Borsdorff sein 25-tägiges Bemühen für den 13-jährigen leukämiekranken Philipp aus Merken. Der Sportler stellte nach 250 Kilometern, dank großer Unterstützung von Sportlern, Freunden, Bekannten, Lesern und Radiohörern, den Eltern des Jungen zur Abdeckung einer Vielzahl von Kosten 10.000 Euro zur Verfügung.

Im Dürener Rathaus übergab Peter Borsdorff nach dem Stadtlauf der SG Düren 99 am Sonntag seine „60 plus xte Spende”. Insgesamt sind in den 14 Jahren über 300.000 Euro zusammen gekommen. Dafür lief Peter Borsdorff zweieinhalb Mal um die Erde, über 100.000 Kilometer. Allein im Jahre 2008 bestritt er 42 Wettkämpfe. Kein müder Cent davon geht verloren, weil keinerlei Verwaltungskosten auftreten, verspricht Borsdorff allen Sponsoren.

„Übrigens”, betont Borsdorff überzeugend, „es geht nicht um meine Person, sondern um die Sache. Es geht um Running for Kids!” Im Laufe der Jahre hat Borsdorff viel Elend gesehen. „Ich kenne mich aus mit heiklen Geschichten”, gibt er aus seiner Erfahrung preis. Und deshalb Borsdorff möchte Öffentlichkeit herstellen, denn vielleicht lasse sich ja „Running for Kids” auf andere Sportarten übertragen, sinniert der Kinderfreund vor sich hin.
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