Zwei Merzenicher wollen beim „Firefighter Skyrun” hoch hinaus

Von: Bruno Elberfeld
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Augen zu und durch: Daniel Gräsel (l.) und Patrik Schüritz trainieren am Indemann für den „Firefighter Skyrun” in Düsseldorf. Foto: Elberfeld

Inden. Gott sei Dank zeigte sich die Sonne an diesem frühen Abend nur sporadisch, lugte kurz hinter den Wolken hervor, die eine Abkühlung versprachen. Nur wenige Besucher waren am Indemann, schauten bewundernd hinauf, nahmen den Fahrstuhl oder bewältigten die 192 Stufen bis zur obersten Plattform, um die Aussicht auf den Kohletagebau und das Kraftwerk Weisweiler zu genießen.

Etwas verwirrt waren die Menschen schon, als zwei junge Männer in schwere Feuerwehrmonturen schlüpften, ihre Atemschutzgeräte auf den Rücken schwangen und hintereinander zügig den Turm erkletterten, mit 25 Kilogramm Gepäck auf ihren Schultern. Kein Feuer weit und breit, nur diese beiden Feuerwehrleute aus Merzenich, Patrik Schüritz und Daniel Gräsel - beide mit Atemschutzausrüstung. Was war denn da los am Indemann?

Wettbewerb im Rheinturm

Daniel Gräsel und Patrick Schüritz trainieren in diesen Tagen nach Feierabend für den sogenannten „Firefighter Skyrun” im Rheinturm (Fernsehturm) Düsseldorf, der am 28. August stattfindet. Feuerwehrleute stürmen dabei in den Himmel, so die freie Übersetzung des Titels. Es ist der dritte Lauf dieser Art, und die Merzenicher waren von Beginn an dabei. Der Rheinturm ist 240,50 Meter hoch, 960 Stufen sind zu bewältigen. Etwa 350 Teams mit je zwei Teilnehmern werden beim dritten „Firefighter Skyrun” in der Landeshauptstadt gegeneinander antreten. Es sind Feuerwehrleute aus der ganzen Republik und einigen Nachbarländern. Sowohl Berufsfeuerwehrleute als auch Angehörige Freiwilliger Wehren kämpfen gegeneinander. Sogar ein russischer Kamerad sollte ursprünglich teilnehmen - in der jetzigen brenzligen Situation des Riesenreichs ist dies nicht mehr vorstellbar.

Gekämpft wird beim „Skyrun” in verschiedenen Wertungsklassen: Gesamtklasse, Männerteam zusammen bis 80 Jahre alt, Männerteam über 80 Jahre, offene Klasse Frauen, offene Klasse Mix (Mann und Frau) und im Gruppenlauf.

Die beiden Merzenicher Feuerwehrleute ersteigen den Indemann an diesem Abend zur Vorbereitung insgesamt achtmal, um auf die Zahl der Treppenstufen des Rheinturms zu kommen. Patrik Schüritz ist 23 Jahre alt, von Beruf Netzmonteur, und Daniel Gräsel, 24 Jahre alt, arbeitet als Fachinformatiker. Die beiden Freunde blicken gern auf die beiden ersten Wettbewerbe zurück und freuen sich auf den 28. August. Im ersten Jahr brauchten sie 16,48 Minuten für den Aufstieg, im zweiten nur noch 14,30 Minuten. Dieses Jahr wollen sie unter zwölf Minuten laufen und wären froh, sich mit dieser Zeit irgendwo in der Mitte des Feldes wiederzufinden. Der Sieger des vergangenen Jahres hatte die 960 Stufen des Rheinturms in 7,29 Minuten bewältigt. „Wir haben schon eine ungewöhnliche Sportdisziplin gewählt. Für den Alltag des Feuerwehrmanns ist sie jedoch normal”, sagt Daniel Gräsel mit einem Schmunzeln.

„Was hast du dir da angetan?”, fragten sich die beiden Freunde beim ersten Lauf in Höhe der Metermarke 166 im Rheinturm. Ihre Beine waren am Ziel einfach „nur noch Matsch”. Doch oben angekommen, habe sie das Glücksgefühl durchströmt: „Dafür haben wir hart gearbeitet!” Patrik Schüritz sieht noch einen anderen Aspekt: „Ich freue mich, interessante Menschen kennenzulernen.” Leute aus verschiedenen Berufen, mit verschiedenen Denkweisen, aus verschiedenen Ländern.

Die beiden ersten Male vertrat das Team aus Merzenich den Kreis Düren alleine, dieses Jahr bekommen sie Konkurrenz durch ein Team der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Heimbach. Diese beiden Männer wollen die Merzenicher schlagen, diese Herausforderung sei ein weiterer Ansporn. „Ich bin gerne Feuerwehrmann”, versichert Daniel Gräsel, „denn in unserer Gemeinschaft sind Kameradschaft, Freundschaft und das gegenseitige Vertrauen noch zu finden.”

Seinen Kollegen Patrik Schüritz treibt noch etwas anderes an: „Der Skyrun ist eine Werbung für die Feuerwehren dieser Welt. Und er ist ein Beispiel dafür, dass Feuerwehr mehr ist als nur Wasser zu verspritzen und Katzen von Bäumen retten.”
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